Eine kleine Runde bei Ölberg am Fuße des Brotjacklriegels in der Region Sonnenwald

Diesmal stelle ich eine aussichtsreiche Miniwanderung in der Umgebung des Bortjacklriegels vor. Der Brotjacklriegel ist sonntags ein vielbesuchter Ausflugsberg mit Aussichtsturm und neuerdings einem wunderschön gemachtem Lehrpfad  Abseits dieses vielbesuchten Ziels ist aber auch schon wieder vorbei mit dem Trubel.

Ausgangspunkt ist Ölberg, ein kleines Dorf, das am Fuße des Brotjacklriegels liegt. Ich parke also mitten in Ölberg, dessen Ortstafel den Namen allerdings so schreibt: Oelberg. Wahrscheinlich hat die Ortstafeldruckerei kein „Ö“ im Angebot gehabt. Ich gehe durch Ölberg Richtung Bradlberg / Simmetsreuth. Nach wenigen Minuten liegt Ölberg hinter mir und ich komme an einer dunklen Königskerze (Verbascum nigrum) vorbei. Neben der gelb-violett blühenden Königskerze lockt der Tief- und Weitblick, der wegen der Wetterlage bis zu den Alpen reicht.

Blick von Ölberg über die Donauebene Richtung Alpen, die man auf diesem Foto kaum sieht.

Da sind sie ja! Die Alpen!

Da sind sie ja! Die Alpen!

Der Wanderweg verlässt die Landstraße nach rechts. In Erwartung dessen, dass ich gleich die knappen 200 Meter Höhenunterschied im rechten Winkel zu den Höhenlinien überwinden werde, gönne ich meinen Füßen eine Pause und raste schon mal auf der ersten Bank am Waldrand.

Abzweigung weg von der Landstraße.

Im schönen Buchenwald raschelt das Laub unter den Füßen.

Im Buchenwald bei Ölberg.

Kurz mal orientiert, wo es weitergeht? Ah! Dem rot-weißen Absperrband Richtung Waldrand folgen.

Absperrband als Markierung

Absperrband als Markierung

Dort wartet ein kleiner, von der Natur eingerahmter Ausblick.

Ausblick unterhalb von Ölberg.

Ausblick unterhalb von Ölberg.

Weiter geht´s. An Binsen vorbei, deren Innenleben man früher als Kerzendocht verwendet hat. Seltsame Tiere lauern hier. Könnte ein Salamander sein. :-)

Was krabbelt denn hier herum?

Was krabbelt denn hier durch die Gegend?

Es dauert nicht lange, und der raschelnde Wald öffnet sich auf eine Lichtung hin. Wieder mit Bank.

Ein wunder-, wunderschöner Waldrand!

Ein wunder-, wunderschöner Waldrand!

Nun geht’s am schönen Waldrand mit Blick auf die nahe und ferne Landschaft weiter. Ich bin ganz begeistert von der Idylle und dem Blick. Rechts höre ich einen Bach rauschen, sehe ein einsames Gehöft, an dem ich später vorbeikommen werde.

Blick vom Waldrand zum Gehöft bei Prünst

Blick vom Waldrand zum Gehöft bei Prünst

Der Wanderweg führt weiter am Waldrand entlang und ich entdecke Gänseblümchen. Danach biege ich in einen unmarkierten Wiesenweg ein, wandere an Feldgehölzen vorbei und überquere ein kleines Bächlein. Das Einzelgehöft habe ich dabei fest im Blick.

Blick auf einzelnzes Gehöft bei Prünst

Blick auf einzelnzes Gehöft bei Prünst

Das Weglein steigt am Waldrand bergan bis ich die Zufahrtsstraße zu dem Gehöft erreiche. Dort wende ich mich nach links dem kleinen Dorf Prünst zu.

Bauernhaus in Prünst

Altes Bauernhaus in Prünst

Nach dem alten Bauernhaus erreiche ich den tiefsten Punkt der Wanderung. In einer halben Minute bin ich auch schon wieder aus Prünst hinaus und folge einem geschotterten, kurvigen Wiesenweg Richtung Liebmannsberg.

Wiesenweg von Prünst nach Liebmannsberg.

Wiesenweg von Prünst nach Liebmannsberg.

Der Schotter ist teilweise schon so fest gefahren, dass er gut zu begehen ist. Plötzlich duftet es würzig nach Thymian. Mmmh! Reicht das guuuut! Ich bleibe stehen und suche den wilden Thymian, zerreibe ihn zwischen den Fingern und schnuppere daran. Daneben wächst eine wunderschöne Wolfsmilch.

Ich liebe Wolfsmilch!

Ich liebe Wolfsmilch!

Vor ihr gehe ich zwar nicht ehrfürchtig, aber doch in die Knie, um sie zu fotographieren.

Blühende Wolfsmilch.

Verblühte Wolfsmilch.

Und auch Ehrenpreis und intensiv rosa blühende wilde Nelken ziehen mich so in ihren Bann, dass ich den geschotterten Wiesenweg vergesse.

Der Weg wird wieder flach. Noch einmal streife ich ein einsam stehendes Haus und wieder umgarnen mich Bäume auf der einen Seite und Adlerfarn in Massen auf der anderen. Wo der bis zu 1 1/2 Meter hohe Adlerfarn wächst, wächst nichts anderes mehr. Und als Futter für die Kühe taugt er auch nicht.

Wer schon mal auf La Palma war, kennt die Speise „Gofio„. Das wurde früher nicht aus Mais, sondern aus den Wurzeln des Adlerfarns hergestellt. Wolf-Dieter Storl schreibt, dass der Wurzelstock des Adlerfarns bis zu 60 Meter lang wird und etwa 1.500 Jahre alt werden kann! Eine enorme Leistung!

Wieder plätschert ein kleines Bächlein neben dem Weg.

Bachlauf in dern Senke.

Bachlauf in der Senke.

Von nun an geht’s eine Weile bergauf. Der Waldweg wechselt zu einem Wiesenweg, an dem kunterbunte Blumen blühen: gelbes Habichtskraut, blaue Flockenblumen, blühende Wolfsmilch und weiße Blümelein. Auf einer geteerten Zufahrtsstraße zu dem Haus laufe ich am Waldrand nach oben. Dabei bestaune ich die violette Witwenblume. Warum die wohl „Witwen“-Blume heißt?

Hinter einer Linkskurve zweigt der Weg erneut in den Wald hinein ab. Ein weicher Waldweg zieht fast eben am Hang entlang durch schönen Mischwald.

Hangweg mit Bank von Liebmannsberg nach Ölberg.

Hangweg mit Bank auf dem Weg von Liebmannsberg nach Ölberg.

Kleine Wässerchen fließen den Hang herunter. Kurz macht es eine artenarme Fichtenmonokultur dem Bodenleben schwer, so dass eine krautige Vegetation fehlt. Trotz Artenarmut leuchtet mir ein Schleimpilz entgegen.

Danach geht’s im Wald weiter bergauf. Immer wieder gibt es kleine Ausblicke. Ich wundere mich, wo hier früher an den entlegensten und verstecktesten Stellen Häuser gebaut worden sind und frage mich, wie die Leute das im Winter machen? Ob da der Schneeräumdienst kommt? Der Weg ist nur ein Weg und wenn ich mir vorstelle, dass Schnee liegt, kommt mir der Weg relativ steil vor. Vielleicht wurden die Häuser auch verkauft und dienen nur mehr als Wochenendhäuser, die im Winter nicht bewohnt sind?

Nach den letzten versteckt liegenden Häusern und kurz vor Ölberg.

Nach den letzten, versteckt liegenden Häusern und kurz vor Ölberg.

Ich verlasse den Wald.

Doldenblütler

Doldenblütler

Es folgt ein Schlussanstieg am Waldrand, begleitet von einem Gräblein mit munter sprudelndem Wasser und Blick über eine Wiese auf das Alpenpanorama. Zwei Bänke laden zum sitzen und gucken ein. Noch ein paar Meter und schon bin ich wieder in Ölberg. Den Schlussakkord bildet dann beim Parkplatz die Aussicht auf das Gebirge in der Abenddämmerung.

Abenddämmerung mit Alpenblick.

Abenddämmerung mit Alpenblick. Der linke Gipfel der drei hohen Spitzen ist der Watzmann, der in der Mitte der Hundstot.

Fazit: Von der Länge her ist es eigentlich ein Spaziergang. Allerdings sind knapp 200 Höhenmeter zu überwinden, so dass es auch als Wanderung durchgehen könnte. Mir hat´s gefallen, obwohl es unspektakulär daherkommt. Die überraschenden Ausblicke waren einfach toll! Natürlich hat man nicht immer den Alpenblick.

Streckenlänge: ca. 4 1/2 km.

Gehzeit: 1 1/2 Stunden

Wanderkarte:

Wanderkarte rund um Ölberg.

Wanderkarte rund um Ölberg.

Wanderkarte zum Ausdrucken bei www.outdooractive.de

Parken / Ausgangspunkt: 94508 Ölberg, St 2134.  Im Dreieck zwischen Schöfweg, Grattersdorf und Zenting liegt Ölberg, zwischen Langfurth und Simmetsreuth.

Im Dorf gibt es eine 90-Grad-Kurve, in deren Nähe sich eine Kapelle befindet. Direkt nach oder vor der Kurve (je nachdem, von welcher Seite man kommt) befindet sich eine freie Fläche, auf der ich schon öfter geparkt habe.

Alternativ gibt es einen Wanderparkplatz beim Cafe Wimmer.

Markierungen: Im Dorf geparkt: dann ein paar Meter unmarkiert, bis man auf die runde rote 39 trifft.

Beim Wanderparkplatz geparkt: runde rote 39.

Runde rote 39 – unmarkiert – rote 58 / Richtung Liebmannsberg – rote 48 / Richtung Ölberg – in Ölberg siehe unter „Wegbeschreibung“.

Wegbeschreibung: Steht man mit dem Rücken zur Straße, wandert man auf der Dorfstraße links aus dem Dorf. Die „Fahrtrichtung“ ist Richtung Simmetsreuth / Bradlberg. Parkt man auf dem Wanderparkplatz mit Infotafel: Neben dem Cafe führt die Markierung rote 39 nach unten, auf einer nur für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegebenen Straße. Unten an der Hauptstraße dann links.

Auf der Straße das Dorf verlassen. Nach wenigen, aussichtsreichen Metern trifft man rechts auf Gehölze. Hier zweigt die rote 39 nach rechts unten ab. Sie führt anfangs am Waldrand entlang, kurz danach in den Wald hinein. An der nächsten Abzweigung gibt es mehrere Wege. Hier nach rechts (eventuell auf rotes Absperrband am Ast als Markierung achten). Man geht auf eine Lichtung zu. Vor zweigt im Wald der Weg nach links ab. Ab hier ist es wieder besser markiert.

Man erreicht einen Waldrand mit Wiese, geht am linken Waldrand geradeaus nach unten. Rechts sieht man in einiger Entfernung ein einzelnes Gehöft. Der Weg macht am Wald eine 90-Grad-Linkskurve. Dort, wo die Kurve ausläuft, zweigt rechts ein unmarkierter Feldweg eben ab. Diesen nehmen. Man läuft jetzt parallel oberhalb einer Landstraße.

Der Wiesenweg geht wieder in einen Waldrandweg über und führt leicht bergauf. Rechts oben sieht man das Gehöft, das man vorhin schon gesehen hat. Der Weg trifft auf eine T-Kreuzung, die asphaltierte Zufahrtsstraße zum Gehöft. Hier wendet man sich nach links unten. Schon wenige Meter später befindet man sich im winzigen Dorf Prünst. Man streift auf der linken Seite ein altes, saniertes Bauernhaus. Man geht logischerweise rechts vorbei nach unten und trifft auf die Hauptstraße, an der man sich wieder rechts hält. Unmittelbar nach dem letzten Haus zweigt nach rechts (leicht ansteigend) ein Weg mit dem Hinweis „Richtung Liebmannsberg“ und rote 58 ab. Diesem Weg zuerst über Wiesen, dann durch Wald und dann wieder über Wiesen folgen. Dabei wechseln sich Ebenen und leichte Anstiege ab.

Man erreicht noch einmal ein paar Häuser. Auf deren Zufahrtsstraße geht es immer noch der Markierung folgend einige hundert Meter nach oben. Nach einer deutlichen Linkskurve zweigt rechts ein markierter Waldweg ab. Diesem Weg mit der roten 48 „Richtung Ölberg“ bis nach Ölberg folgen. In der Summe steigt man bergan, auch wenn es dazwischen immer wieder eben dahin geht.

Man erreicht wieder die Straße von Ölberg. Wenn man beim Wanderparkplatz parkt, überquert man die Straße und geht dann weiter geradeaus (also die mittlere der drei möglichen Straßen / Wege nehmen) bis man am Ausgangspunkt zurück ist. Oder, wenn man im Dorf dort steht, wo ich geparkt habe, wendet man sich auf der Straße nach rechts, geht dann um die 90-Grad-Kurve und befindet sich wieder am Ausgangspunkt.

Tiefster Punkt: um die 570 Meter über NN

Höchster Punkt: um die 750 Meter über NN

Einkehrmöglichkeiten: Ölberg

Wanderkarte: Fritsch Wanderkarte Nr. 58

 

 

 

 

 

 

Weitere Wanderungen in der Nähe:

  • Aussichtsreich und abseits viel besuchter Wanderrouten rund um den Stierberg.
  • Eine Wanderung in lauschige Täler und auf hohe Hügel ab Zenting.
  • Ein gemütlicher Spaziergang bei Grattersdorf.
  • Von nun an geht´s bergauf! Zu Besuch bei dem verwunschenen Schlossfräulein auf dem Büchlstein.

Ölberg gehört zum Markt Schöllnach.

 

 

 

 

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