Diese in weiten Teilen ruhige Tour führt nicht nur auf über 1200 Meter Höhe hinauf sondern von Buchenau auch zum malerischen Lindberger Schachten mit seinen wunderschön knorrigen Bäumen. Wandern wir los!
Achtung: Das eingeschränkte Betretungsrecht zum Schutz der Wildtiere vom 15.07. bis 15.11. beachten. Alternativweg ist unten beschrieben.
Von Buchenau zum Kanapee hinauf
Am Parkplatz in Buchenau studiere ich die Wandertafel. Dann marschieren wir auf der kleinen Straße bergauf. Dabei kommen wir an einer Pferdekoppel mit Fernblick vorbei.
Wir sind noch keine fünf Minuten unterwegs und schon tauchen wir in den Nationalpark ein. Zuerst dürfen wir uns noch mit Asphalt unter den Füßen vergnügen.
Dann geht´s auch schon auf einem Waldweg weiter. Langsam und gemächlich steigen wir auf laubbedecktem Weg durch Buchenwald bergauf.
Wir streifen einen Rastplatz mit Marterl. Immer wieder schlendern wir über vergraste und mit Laub bedeckte Wege. Wir lassen uns Zeit für die 450 Höhenmeter, die wir nach oben überwinden.
Nachdem wir einen Forstweg gekreuzt haben, wird der Wanderweg schmäler. Abgebrochene Bäume und mit Baumpilzen besetzte Baumstümpfe ragen in den Himmel.
Der Fichtenborkenkäfer hatte hier sein Auskommen. Man sieht, dass der Borkenkäfer lange bekämpft werden musste, denn es gibt einige Flächen mit gefällten und abtransportierten Bäumen. An anderer Stelle durfte das Holz nach entsprechender Bearbeitung im Wald liegen bleiben.
Dann gewinnen wir zügig an Höhe. Rechts sehen wir immer wieder den Doppelgipfel des Rachel zwischen den Bäumen hervor spitzen. Er wirkt immer so nah.
Nach einem kurzen Stück auf einem alten Forstweg verlassen wir die Markierung Kreuzspinne und folgen dem Trampelpfad eines unmarkierten Weges.
Er gleicht einem Hindernisrennen. Umgestürzte Bäume liegen im Weg. Stehendes Totholz ragt wie ein Gerippe in den strahlend-blauen Himmel. Schließlich haben wir die Hindernisse überwunden und erreichen die nächste Forststraße.
Dieser könnten wir jetzt mit dem Goldsteig-Zeichen direkt zum Lindberger Schachten folgen. Wir nehmen aber – weil es noch innerhalb der erlaubten Zeit ist – den Weg über den Hahnenbogen. Dafür zweigen wir auf einem weiteren unmarkierten Trampelpfad ab.
Sanft ansteigend führt er uns auf die Hochebene „Auf dem Kanapee“. Die Armlehne auf der linken Seite ist der Berg Kiesruck. Wir verweilen hier und sehen vor uns Tschechien mit dem Aussichtsturm auf dem Mittagsberg (Polednik) rechts hinten. Die eingezäunte Fläche im Vordergrund ist eine Versuchsanbausfläche.
Der Berg rechts von uns ist der Kleine Hahnenbogen. Wir drehen uns im Kreis und freuen uns über das prächtige Panorama.
Vom Kanapee zum Lindberger Schachten hinüber
Auf einer kleinen Forststraße schlendern wir um den „Kleinen Hahnenbogen“ herum und genießen die Ruhe und Abgeschiedenheit auf der Hochebene.
Die vergrasten Flächen sind mit einzelnen Bäumen und Baumgruppen gespickt und erlauben immer wieder schöne Fernblicke.
Dann zweigen wir auf einen unscheinbaren, vergrasten Pfad ab. Immer wieder drehen wir uns für das herrliche Panorama um. Wir steigen erneut bergauf und wandern durch die von Gräsern geprägte Hochfläche.
Hin und wieder kommen uns Wandersleute entgegen. Die gehen den Weg in entgegengesetzter Richtung. Ich finde ihn in unsere Geh-Richtung schöner.
Kurz bevor wir die Hochebene vom „Großen Hahnenbogen“ erreichen, drehen wir uns noch einmal um und sehen in der Ferne das Schachtenhaus, das sehr idyllisch inmitten einer Lichtung liegt. Eine Wanderung von Spiegelhütte zum Schachtenhaus lohnt sich.
Dann erreichen wir die Hochebene um den „Großen Hahnenbogen“! Ein Trampelpfad, der liegende Totholzbäume umrundet, lenkt zum kleinen Gipfel des Berges.
Der Blick vom Gipfel ist nicht besser oder schlechter als der auf dem Hauptpfad. Den Abstecher zum Gipfel kann man also machen oder auch nicht.
Mit Blick auf den Rachel steigen wir zwischen hohen Gräsern bergab. Plötzlich stehen wir am oberen Ende des romantischen Lindberger Schachtens.
Ganz schön hoch hier. Das sieht man dem Schachten von unten gar nicht an. In der Ferne erkennen wir den Berg „Brotjacklriegel“.
Vom Lindberger Schachten über den Aussichtspunkt nach Buchenau
Der Lindberger Schachten ist eine ehemalige Waldweide, die vom 17. bis zum 20. Jahrhundert beweidet worden ist. Auf schmalem Pfad geht es mit herrlichem Blick zwischen dichten Heidelbeersträuchern bergab.
Schließlich sehen wir rechts die Diensthütte, die wir als idyllische Rastmöglichkeit nutzen. Vor vielen Jahren sind rund um die Diensthütte die wunderschöne Arnika und der Böhmische Enzian gewachsen. Das ist aber schon seeehr lange her.
Dann folgen wir über den Lindberger Schachten dem Goldsteig bergab. In der Ferne sehen wir wieder den Doppelgipfel des Rachel. Er wirkt so nah, als ob man hinüberspringen könnte.
Seitlich tauchen einige wunderschön knorrige Habitatbäume auf. Es sind uralte Bäume, die ihrem natürlichen Lebensende entgegensehen und immer noch Lebensraum für verschiedene Organismen sind. Sie stehen als malerische Einzelbäume mitten auf dem Schachten.
Wir entdecken Reste vom (vermutlich) Gelben Enzian – früher stand an dieser Stelle ein Baum und daneben ist eine Türkenbundlilie gewachsen. Türkenbundlilien habe ich schon lange nicht mehr gesehen.
Es geht wieder in den Wald. Am Wegrand steht der eine oder andere interessante mit Baumpilzen übersäte Biotopbaum. Steine geben den Blick auf Quarzadern frei und Fingerhut blüht.
Nun geht’s steil bergab. Vorsichtig setzen wir einen Fuß vor den anderen, denn das nasse Laub und die losen Steine sind rutschig.
Im weiteren Verlauf wird der Weg wieder flacher und weniger steinig. Ein Bach kreuzt den Weg. Anstelle einer Brücke wurden Felsen zum Überqueren hingelegt. Schöne Waldbilder mit Farnen, vermoosten Steinen und moderndem Holz beleben den Wegrand.
Bärlapp, den es schon im Karbonzeitalter gab – damals so groß wie eine Palme – breitet sich über eine kleine Fläche aus. Der Weg lenkt jetzt gemächlich bergab.
Schließlich stoßen wir auf eine Kreuzung mit einer Weide. Hier machen wir es uns auf einer Rastbank mit kleiner Aussicht über eine Kuhweide nochmal gemütlich. Dann schlendern wir weiter bergab.
Rechts unten rauscht deutlich hörbar der Pommerbach. Wir machen noch einen kurzen Abstecher zum Aussichtspunkt am Kühberg in Buchenau, wo der Blick über die Wiese und über Buchenau zu einigen Bergen des Bayerischen Waldes fällt.
Dann folgen wir dem Wanderweg Pestwurz weiter und ein weiterer Abstecher führt uns zum schön zwischen dem Laub eingebetteten Bach.
Als wir die letzten Meter zum Parkplatz in Buchenau vor uns haben, sehen wir noch einen interessanten, knorrigen Baum.
So hat mir das Wandern von Buchenau zum Lindberger Schachten gefallen
Am besten gefallen mir der aussichtsreiche Weg am Hahnenbogen und der Lindberger Schachten. Insgesamt ist die Runde mit dem Hahnenbogen eine schöne Tour. Ohne den Weg über den Hahnenbogen (siehe ganzjährige Alternativroute) ist die Rundtour einfach ein Rundweg zum Lindberger Schachten. Nicht schlecht, aber auch nicht besonders aufregend.
Diese Sehenswürdigkeiten gibt es beim Wandern von Buchenau zum Lindberger Schachten
Höhepunkt der Tour ist der Lindberger Schachten, eine alte Waldweide, die 300 Jahre bis Anfang des 20. Jahrhunderts genutzt worden ist und jetzt als Kulturlandschaft erhalten bleibt.
Überblick über die Tourdaten der Rundwanderung von Buchenau – Lindberger Schachten
Die Rundtour ist 10,3 Kilometer lang. Die Gehzeit beträgt 3 ½ Stunden. Der höchste Punkt befindet sich mit 1257 Metern auf dem Großen Hahnenbogen, der tiefste Punkt mit 743 Metern am Parkplatz in Buchenau.
Die Wegführung erfolgt überwiegend auf (alten) Waldwegen und Pfaden.
Anfahrt zum Wanderparkplatz in Buchenau und Start der Rundwanderung in Buchenau – Lindberg
Der Start ist in Buchenau beim Wanderparkplatz. Dafür biegt man bei Zwiesel von der B 11 auf die St 2132 Richtung Frauenau ab und zweigt unterwegs links Richtung Buchenau auf die REG 8 ab. In Buchenau verlässt man an der scharfen Linkskurve die Vorfahrtsstraße, fährt geradeaus und kurz danach an der T-Kreuzung rechts. Der Parkplatz mit Wandertafel befindet sich auf der linken Seite.
Buchenau ist ein Ortsteil der Gemeinde Lindberg im Landkreis Regen und gehört zur Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald.
Adresse für die Anfahrt zum Wanderparkplatz Buchenau / Navi
Wanderparkplatz Buchenau, 94227 Lindberg

Informationen zum Streckenverlauf:
Von Buchenau geht es über die Schreiendeseigenhänge zum Goldsteig hinauf. Von dort (nur in der Zeit vom 15.07. bis 15.11.) über den Kleinen Hahnenbogen und Großen Hahnenbogen zum Lindberger Schachten. Vom Lindberger Schachten führt der Wanderweg mit dem Zeichen „Pestwurz“ zurück nach Buchenau.
Schutzgebietsinfo / eingeschränktes Betretungsrecht: Die Tour über den Hahnenbogen kann zum Schutz der Wildtiere nur in der Zeit vom 15.07. bis 15.11. eines jeden Jahres gemacht werden. Eine ganzjährige Wegalternative ist weiter unten beschrieben.
Wanderetappe vom Wanderparkplatz in Buchenau bis Lindberger Schachten
Vom Parkplatz in Buchenau folgen wir – mit Blick auf die Straße – an der Parkplatz-Zufahrt der Markierung „Kreuzspinne“ rechts (auch Gläserner Steig Richtung Spiegelhütte und Großer Falkenstein). Auf der Straße geht es über den Bach und kurz danach geradeaus auf Asphalt bergauf. Links taucht bald eine Pferdekoppel auf. An deren oberen Ende lenkt die Straße in den Wald. Es geht ein Stück bergauf. Kurz nach einer Forststraßen-Abzweigung zweigt die Kreuzspinne rechts auf einen ansteigenden Waldweg ab. Teilweise sind die Wege vergrast. Wir stoßen auf eine Forststraße, die auch als Radweg ausgewiesen ist. Auf der Forststraße geht es mit der Kreuzspinne Richtung Buchenau rechts weiter. Nach ein paar Metern, zweigt die Markierung links auf einen bergauf führenden Weg ab. Später verjüngt sich der Weg zum Pfad in einem Steilhang. Schließlich stoßen wir auf die nächste Forststraße. Auf dieser gehen wir mit der Kreuzspinne Richtung Buchenau rechts. Nach 50 Metern und damit noch vor der deutlichen Rechtskurve ist links ein alter ansteigender Weg, der schon etwas zugewachsen ist. Es ist ein Weg ohne Markierung, auf den wir abbiegen. Ein deutlicher Trampelpfad weist den Weg bergauf. Hier wird keine Wegesicherung gemacht. Also heißt es, besonders gut auf herabfallende Äste und umstürzende Bäume achten. Besonders bei Wind sollte man den Wald verlassen. Immer wieder muss man über umgefallene Bäume steigen. Es geht über Flächen mit stehendem Totholz sowie über verbuschte und vergraste Wege. Sie wechseln sich mit bequemeren Wegabschnitten ab. Nach einem knappen Kilometer stoßen wir auf eine größere Forststraße. Auf dieser gehen wir rechts. Sie steigt zunächst leicht an und die Wanderwegmarkierungen grünes Dreieck und Goldsteig tauchen auf. (Folgt man jetzt dem Goldsteig weiter, kommt man ebenfalls zum Lindberger Schachten – ganzjährig möglich). Nach hundert Metern, bevor die Forststraße abfällt, befindet sich links eine kleine, flache, eingewachsene Fläche. Sie wirkt, als ob sie für einen Lagerplatz vom Hang abgegraben worden wäre. Am Ende dieser Fläche biegen wir von der Forststraße links auf einen unmarkierten Weg ab. Er wird gleich zum Trampelpfad. Im spitzen Winkel zur Forststraße steigt er leicht an, bis wir eine Ebene erreichen, die links und rechts von je einem Bergrücken eingefasst ist. Vor uns liegt in der Ferne Tschechien. Wir stoßen auf einen befestigten Weg, der von links mit einer Kurve daher kommt und rechts weiterführt. Auf diesen Fahrweg zweigen wir rechts ab. Es geht beinahe eben weiter. Nach etwa 700 Meter zweigen wir von dem befestigten Weg rechts auf einen leicht ansteigenden Pfad ohne Markierung ab. (Zur Orientierung: An der Abzweigung geht der Forstweg noch ein Stück geradeaus, steigt weiter in Sichtweite vorne sehr leicht an und macht dort eine deutliche Linkskurve). Unser Pfad lenkt zwischen Gras und einzelnen Bäumen auf die Hochebene des „Großen Hahnenbogen“ hinauf. Auf der Hochebene führen auf der rechten Seite viele Trampelpfade zum Gipfel des Großen Hahnenbogen. Dort ist die Sicht nicht besser als auf dem „Hauptpfad“. Wie folgen also weiter dem Hauptpfad und kommen am Schild der Trinkwassertalsperre Frauenau vorbei. Der Pfad führt mit Blick auf den Doppelgipfel des Rachel schließlich abwärts zum oberen Ende vom Lindberger Schachten. Zwischen dichten Heidelbeersträuchern geht weit bergab, bis wir auf den Goldsteig stoßen, wo rechts die Diensthütte mit Rastmöglichkeit steht.
Ganzjahres-Wegalternative:
Nach dem Wald mit den Bäumen, die kreuz und quer über dem Weg liegen stoßen wir auf die Forststraße. Sie steigt rechts zunächst leicht an und die Wanderwegmarkierungen grünes Dreieck und Goldsteig tauchen auf. Dann fällt die Forststraße ab, der wir folgen. Nach ungefähr 700 Metern auf der Forststraße zweigen wir mit der Markierung „Goldsteig“ links Richtung Rachel und Lindberger Schachten“ ab. Ein alter, zum Teil vergraster und nasser Weg steigt leicht an. Später wird der Weg eben und führt zum Lindberger Schachten mit Diensthütte.
Wanderetappe vom Lindberger Schachten über Aussichtspunkt bis Buchenau
Von der Diensthütte gehen wir ein paar Meter zurück und folgen dem Goldsteig mit einer Rechtskurve über den Schachten weiter bergab. Dabei hat man einen Blick auf den Doppelgipfel des Rachel und später auf die Berge des Vorderen Bayerischen Waldes mit dem Brotjacklriegel. Immer geradeaus bergab gehen. An der T-Kreuzung bei der Info-Tafel über den Lindberger Schachten zweigen wir mit der Markierung „Pestwurz“ rechts Richtung Buchenau ab. Quer über den Schachten geht es in den Wald und dann zunächst auf fast ebenem Weg weiter. Dieser macht kurz darauf eine Linkskurve und mit dieser fällt der Weg stärker ab. Jetzt geht es etwas steiler auf einem zum Teil vom Regen ausgewaschenen und steinigen Weg abwärts. Wir kreuzen zweimal eine Forststraße, kommen an einer Rastbank vorbei. Es geht mit der Pestwurz weiter geradeaus. Zur Pestwurz gesellen sich die Markierungen Kreuzspinne und Waldschnepfe. Später wird der Weg bequemer und fällt nur mehr leicht ab. Schließlich erreichen wir eine größere freie Fläche mit mehreren Wanderwegweisern und Abzweigungen in verschiedene Richtungen. Hier zweigen wir mit der Pestwurz rechts ab. Rechts hört man einen Bach rauschen. Weiter unten treffen wir auf eine Abzweigung nach links, die mit „Kleiner Rundweg“ bezeichnet und mit der Fledermaus markiert ist. Für einen Abstecher zum Aussichtspunkt folgen wir diesem leicht ansteigenden Weg bis nach wenigen Metern eine Rastbank mit Blick über eine Viehweide zu den Bergen des Vorderen Bayerischen Waldes mit dem Geißkopf auftaucht. Wir gehen zur Abzweigung zurück und folgen der Pestwurz weiter bergab. Rechts tauchen die ersten Häuser neben dem Bach auf. Kurz danach zweigen wir bei der Brücke links ab und gehen in wenigen Metern zurück zum Parkplatz.
Wanderungen in der Nähe von Lindberg – Buchenau
In der näheren Umgebung gibt es noch mehr schöne Touren. Hier sind einige Vorschläge:
Wanderkarte Bayerischer Wald
Der GPX-Track ist bei outdooractive eingestellt

Hintergrundkarte: © Bayerische Vermessungsverwaltung (2025) / Datenquelle: Geoportal Bayern www.geoportal.bayern.de




































