An der malerisch gelegenen Höllbachschwelle kommt man meistens nur auf dem Weg zum Gipfel des Großen Falkenstein vorbei, sofern man durch das Höllbachgspreng aufsteigt. Statt des Gipfels als Ziel nimmt diese Tour nur den wild-romantischen Höllbach mit dem historischen Triftweiher als Wanderziel unter die Füße. Wandern wir los!
Erster kurzer Kontakt mit dem Höllbach
Bevor wir vom Wanderparkplatz „Weiße Brücke“ losstiefeln, werfen wir einen Blick auf die Wander- und Infotafel des Nationalparks.
Nachdem wir jeden Buchstaben gelesen haben, machen wir uns auf den Weg und wandern bequem auf einer schnurgeraden Forststraße mit dem Namen „Deffernikstraße“ durch den Wald.
Abgesehen davon, dass wir am Rand des Nationalparks unterwegs sind, was sich daran zeigt, dass hier der Borkenkäfer nicht tun und lassen darf, was er will, klingt „Deffernik- und Forststraße“ erst einmal nicht besonders beeindruckend.
Dafür können wir es gemütlich angehen lassen, bevor wir bis zur Höllbachschwelle 300 Höhenmeter überwinden. An einer Abzweigung verlockt eine Rastbank zur Rast, um dem Gesang der Vögel zuzuhören und uns von der Anstrengung zu erholen.
Doch da wir nach diesen beschwerlichen 500 Metern noch fit sind, gehen wir gleich weiter und überqueren eine Minute später den Höllbach, der hier in den Kolbersbach mündet.
Nach einer weiteren halben Minute zweigen wir in die sogenannte „Höllbachstraße“ ab, noch eine Forststraße, die aber tiefer in den Nationalpark lenkt und wo am Wegrand Fingerhut blüht.
Bald verjüngt sich die nun ansteigende Forststraße zu einem breiten Waldweg. Links unten rauscht der Große Höllbach und rechts vom Weg tauchen gelegentlich größere Felsen auf. Das eine oder andere mir unbekannte Insekt rastet auf den Gräsern.
Schließlich wechseln wir auf einen alten Waldweg und tauchen in das Kerngebiet des Nationalparks ein. Der Pfad wächst langsam zu und im dicht nachwachsenden Wald bilden die Baumkronen hoch über uns ein Schatten spendendes Dach.
Jetzt zeigt sich die Sonne nur mehr als Lichtsprenkel auf dem Boden. Wir ziehen an Baumpilzen auf stehendem Totholz vorbei und entdecken Reste vom Hallimasch, einem von Forstleuten und Waldbauern gefürchteten Pilz in Wirtschaftswäldern.
Immer wieder gibt es etwas zu entdecken. An einem Baum lockert sich die Rinde. Unter dieser können Vögel ein Nest bauen oder sich Insekten verstecken.
Der Weg bringt uns langsam hinauf zu einem weiteren schmalen Forstweg, auf dem wir etwas stärker ansteigend ein paar Höhenmeter machen. Irgendwann müssen wir ja nach oben. Am Wegrand blüht es ebenfalls. Diesmal sind es leuchtend gelbe Blumen, die von Insekten besucht werden.
Nach ein paar hundert Metern schwenken wir auf einen bequemen Steig zum traumhaft schönen Höllbach ab, der tief unten rauscht.
Der Große Höllbach hat seinen Ursprung im Gebiet zwischen den Bergen Falkenstein und Lackerberg und ist fast fünf Kilometer lang. In der Nähe der „Weißen Brücke“ mündet er in den Kolbersbach. Bis er dort ankommt, hat er vom Ursprung bis ins Tal knapp 540 Höhenmeter mit einem Gefälle von 11 % überwunden.
Am malerischen Höllbach entlang zur Höllbachschwelle
Ein uriger Pfad schlängelt sich rechts vom Höllbach entlang, der über viele kleine Wasserfälle nach unten stürzt.
Halt! Was wächst denn da? Günsel, Platanenblättriger Hahnenfuß, Pestwurz, Farne, Buschwindröschen, Pfennigkraut, Vergissmeinnicht, Sauerampfer, Wald-Geißbart und violett blühender Alpen(milch)lattich.
Je nach Jahreszeit bietet die Pflanzenwelt einiges. Der Abschnitt entlang des Höllbaches ist total schön!
Schließlich erreichen wir die Höllbachschwelle mit der malerisch am Rand der Lichtung stehenden Höllbachschwellhütte, die unter Denkmalschutz steht.
Die Höllbachschwellhütte aus dem späten 19. Jahrhundert ist eine ehemalige einfache Unterkunftshütte des Schwellwärters.
Der Schwellweiher wurde früher für die Holztrift genutzt, also um Holz auf dem Wasserweg aus den Bergen zur Donau zu transportieren.
Die Höllbachschwelle ist ein friedlicher Rastplatz. Was flitzt denn da im Auf und Ab über den kleinen Triftteich und landet auf der Kiesbank auf der anderen Uferseite? Und fliegt von Ast zu Ast?
Es dauert, bis ich den Vogel dort drüben wieder gefunden habe. Mit der Kamera den scheuen und wippenden Vogel mit intensiv gelbem Gefieder am Bauch heran gezoomt. Ich tippe auf eine männliche Gebirgsstelze.
Schwellweiher und Höllbach bieten mit schnell fließendem Gewässer, natürlichem Bachbett und viel Geröll einen perfekten Lebensraum für den Vogel.
Auf dem Schwellsteig durch die Schwarzbachhänge
Schließlich reißen wir uns vom Anblick des Vogels los, streifen gelb blühenden Hahnenfuß und weiß blühende Doldenblütler, schlendern über eine kleine Holzbrücke und folgen dem schmalen „Schwellsteig“.
Irgendwo rechts oben ist das berühmte Höllbachgspreng. Für seine Durchquerung hätten wir aber bei der Höllbachschwelle Richtung Falkenstein weitergehen müssen.
So geht es „bloß“ am Rand des Naturschutzgebiets „Höllbachgespreng“ entlang. Was nicht weniger schön ist. Der schmale Wurzel- und Steinepfad lenkt auf einer Höhe am Hang durch das felsige Gebiet.
Schließlich lassen wir das Naturschutzgebiet Höllbachgspreng hinter uns und laufen gemächlich auf einem alten Wirtschaftsweg weiter, der ebenfalls zuwächst.
Wir streifen eine alte schattenverträgliche Eibe, die schon lange dasteht. Nebenbei erfahre ich, dass es bei Eiben ein Männchen und ein Weibchen gibt.
Dort, wo der Schwellsteig in die Ahornriegelstraße (eine Forststraße) mündet, geht es noch einmal kräftig bergauf. Dabei hören wir einen Bach rauschen und überqueren diesen bald auf einer Brücke mit historischem Unterbau.
Es handelt sich um den „Kleinen Höllbach“. Auch dieser fließt weiter unten zusammen mit dem „Großen Höllbach“ in den Kolbersbach.
An der großen Wanderwegkreuzung könnten wir zum Falkenstein aufsteigen. Das wollen wir nicht. Deshalb folgen wir dem Hinweis in die Gegenrichtung nach Kreuzstraßl und Lindberg.
Hinab nach Kreuzstraßl und Rückweg zum Parkplatz „Weiße Brücke“
Der Wanderweg lenkt kurz durch Fichtenwald, dann lange Zeit auf einem Pfad durch angenehm Schatten spendenden Mischwald bergab.
Wo wir mitten im Wald auf einer kleinen Ebene die Kernzone (Hinweisschild) verlassen, befindet sich rechts etwas abseits eine eingezäunte Fläche. Nachgeschaut, um was es sich da handelt und das Rätsel gelöst. Es ist eine Fläche mit Eiben.
Der Abstieg folgt weiter dem Steine- und Wurzelpfad, wo wir auch Reste von blühenden Nachtviolen entdecken.
Wo der Weg viel später eben wird, zweigen wir links auf einen Pfad ab. Er schlängelt sich durch lückigen Wald und zwischen Heidelbeersträuchern hindurch, stößt auf einen vergrasten Pfad und schließlich auf die Forststraße bei Kreuzstraßl.
Auf dieser hatschen wir von der Sonne beschienen die nächsten eineinhalb Kilometer. Es ist nicht so, dass es nichts zu sehen gibt. Am Wegrand wachsen Braunellen sowie Kratzdisteln. Und Baumweißlinge schwirren durch die Gegend.
Libellen (ich vermute Plattbauch-Libellen) fliegen rasend schnell um eine kleine Pfütze, in denen Kaulquappen schwimmen.
Als Pioniere besiedeln diese Libellen vegetationsarme, von der Sonne beschienene Tümpel. Sie gehören zu den sogenannten Großlibellen, die einen Jagderfolg von mehr als 95 % aufweisen. Das ist für die Tierwelt enorm viel.
Im Gegensatz zu anderen Insekten können Plattbauch-Libellen ihre vier Flügel einzeln bewegen. Deshalb können sie blitzschnell die Flugrichtung wechseln und auf fünfzig Stundenkilometer beschleunigen.
Ich bin fasziniert und schaue ihnen eine kleine Ewigkeit lang zu, bevor ich mich losreißen kann. Und dann steht da plötzlich an der Forststraße im Nirgendwo eine Rastbank. Weitergehen oder hinsetzen?
Weitergehen. Denn ohne Schatten ist es heute fast unerträglich heiß. Von oben kommt die „Klotzstraße“ herunter – da hätten wir beim Abstieg schon abkürzen können. Dann geht´s direkt zum Parkplatz „Weiße Brücke“ zurück.
So haben mir das Wandern entlang des Höllbachs und zur Höllbachschwelle unterhalb vom Falkenstein gefallen
Ich habe die Runde gewählt, weil ich ohne Trubel im Nationalpark-Wald gehen wollte. Wobei der Ausgangspunkt „Weiße Brücke“ nicht zu meinen liebsten Startplätzen für eine Wanderung gehört. Denn sowohl am Anfang als auch am Ende läuft man auf Forststraßen.
Dabei fällt der Abschnitt am Anfang durch mehrere Richtungswechsel nicht so arg ins Gewicht. Dagegen ist das Endstück mit rund 1 ½ Kilometern zäh. Einerseits zäh und andererseits erholsam für die Füße, die vom steinigen Abstieg über 300 Höhenmeter ganz froh sind, mal einfach nur gehen zu können, ohne immer gucken zu müssen, wo man hintritt.
Zwischen Anfang und Ende der Wanderunde ist es aber mit den Pfaden und alten Waldwegen ganz okay. Die Tour ist waldbetont und liegt abseits von Bebauung. Man kann also einfach vor sich hin laufen. Bis auf die Höllbachschwelle und den Schwellsteig sind auch kaum Leute unterwegs.
Sollte ich die Runde nochmal gehen, würde ich beim Abstieg über die Klotzstraße abkürzen, womit die Runde etwa 1,3 Kilometer kürzer und der Forststraßenabschnitt am Ende knapp 400 Meter weniger wäre.
Diese Sehenswürdigkeiten gibt es entlang vom Wanderweg zum Höllbachschwellweiher
Sehenswürdigkeiten dieser Rundtour sind der Höllbach und der Höllbachschwellweiher unterhalb vom Höllbachgespreng im Nationalpark.
Überblick über die Tourdaten der Wanderung zur Höllbachschwelle im Bayerischen Wald
Die Tour ist 10,1 Kilometer lang. Die Gehzeit beträgt gut 3 ½ Stunden. Der tiefste Punkt befindet sich mit 655 Metern an der Einmündung in die Forststraße bei Kreuzstraßl. Der höchste Punkt ist mit 980 Metern nach dem Schwellsteig an der großen Wanderwegkreuzung Falkenstein / Zwieslerwaldhaus / Kreuzstraßl.
Die Wanderung verläuft überwiegend auf kleinen, alten Waldwegen und vielen Pfaden. Am Anfang und am Ende der Tour sind längere Abschnitte Nationalpark-Forststraßen zu bewältigen.
Anfahrt zum Wander-Parkplatz „Weiße Brücke“ für die Rundwanderung zur Höllbachschwelle unterhalb vom Höllbachgespreng
Die Wanderung beginnt am Wanderparkplatz „Weiße Brücke“ an der Spiegelhüttenstraße an der REG 8 zwischen Ludwigsthal – Oberlindbergmühle und Spiegelhütte – Buchenau.
Von Deggendorf fährt man auf der B11 Richtung Bayerisch Eisenstein bis kurz vor Ludwigsthal. Vor Ludwigsthal zweigt man rechts Richtung Spiegelhütte ab und durchquert Oberlindbergmühle. Zwei Kilometer nach Oberlindbergmühle befindet sich der Parkplatz neben der Straße mitten im Wald auf der linken Seite.
Der Ausgangspunkt der Wanderung gehört zur Gemeinde Lindberg im Bayerischen Wald im Landkreis Regen. Es ist der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald angeschlossen.
Adresse für die Anfahrt zum Wanderparkplatz „Weiße Brücke“ im Landkreis Regen / Navi
Weiße Brücke (Landkreis Regen), Spiegelhüttenstraße, 94227 Lindberg

Detaillierte Wegbeschreibung der Wanderung bei Lindberg
Informationen zum Streckenverlauf: Vom Wanderparkplatz „Weiße Brücke“ geht es mit der Markierung Silberblatt über die Deffernikstraße und Höllbachstraße zum Höllbach, der zwischen den Höllhängen und den Schwarzbachhängen verläuft. Vom Höllbach geht es hinauf zur Höllbachschwelle. Von dieser mit der Markierung Heidelbeere auf dem Schwellsteig bis zu einer großen Wanderwegkreuzung, von der es auch zum Falkenstein hinaufgeht. Hier aber geht es mit der Markierung Esche hinab nach Kreuzstraßl und von Kreuzstraßl wieder mit der Markierung Silberblatt auf der Ludwigsthalerstraße zurück zum Parkplatz.
Wanderetappe Parkplatz Weiße Brücke – Höllbachschwelle
Vom Wanderparkplatz folgen wir links neben der Wandertafel der Wanderlinie „Silberblatt“ Richtung Großer Falkenstein / Höllbachschwelle. Zuerst geht es auf einer schnurgeraden Forststraße los. Nach 500 Metern lenkt bei einer Rastbank das Silberblatt rechts weiter und dann über eine Brücke über den Höllbach, der hier in den Kolbersbach mündet. Wenige Meter weiter zweigen wir nach links auf eine kleinere Forststraße ab, die schnell schmäler wird und dann stetig leicht ansteigt. Links unten fließt der Höllbach. Dann beginnt das Kerngebiet des Nationalparks, erkennbar an einem Hinweis an einem Pfosten. Kurz danach zweigen wir rechts auf einen kleinen, alten Waldweg ab. An einer T-Kreuzung geht es links auf einem kleinen Fahrweg bergauf, bis die Markierung links auf einen ebenen Weg am Hang einschwenkt. Diese lenkt schließlich zum Höllbach, an dem rechts ein Hangpfad oberhalb des Höllbaches bergauf bis zur Höllbachschwelle führt.
Wanderetappe Höllbachschwelle – Kreuzstraßl – Weiße Brücke
An der Höllbachschwelle verlassen wir die Markierung Silberblatt und biegen mit der Markierung „Heidelbeere“ Richtung Zwieslerwaldhaus links ab. Es geht am Schwellsee vorbei über eine Brücke und dann auf einem Steine- und Wurzelpfad weiter. Er schlängelt sich durch das felsige Gelände am Falkenstein. Schließlich endet das „Urwaldgebiet Höllbachgespreng“ und der Weg mündet in einen breiteren Weg, der längere Zeit eben am Hang verläuft. Wir streifen die „Alte Eibe“ (sie befindet sich ein Stück unterhalb des Weges) und kurz danach steigen wir mit einer scharfen Rechts- und dann Linkskurve bergauf. Man hört den Kleinen Höllbach rauschen, den wir kurz danach kreuzen. Es dauert nicht lange und der Aufstieg endet an der nächsten Wanderwegkreuzung. Mit der Markierung „Esche“ Richtung Lindberg / Kreuzstraßl zweigen wir links ab. Zunächst geht es auf ebenem Weg weiter, später windet sich der Pfad bergab. Die Markierung lenkt später ein paar Meter auf einen asphaltierten Waldweg, den wir jedoch nach ein paar Metern bei der Rechtskurve schon wieder verlassen und auf einen steinigen Weg einschwenken. Noch einmal kreuzen wir den asphaltierten Waldweg. (Auf dieser könnte man links auf der Klotzstraße abkürzen). Wir folgen aber weiter der „Esche“ bergab. Schon weit unten wird das Gelände flach. Mittendrin zweigen wir mit der Markierung „Falke“ links Richtung Kreuzstraßl ab. Im spitzen Winkel geht es auf einem schmalen Pfad zunächst wieder leicht bergauf. Zwischen Heidelbeersträuchern lenkt der Pfad zu einem ehemaligen Weg, der nun als vergraster Pfad rechts wieder bergab lenkt. Wir stoßen auf eine Forststraße, die an dieser Stelle von Asphalt in Forststraßenbefestigung übergeht. Jetzt links der Forststraße mit dem Silberblatt Richtung Großer Falkenstein / Höllbachschwelle folgen. Es geht wieder leicht bergauf. An einer Forststraßenkreuzung das Silberblatt verlassen und mit dem Hinweis zum „Parkplatz Weiße Brücke“ auf die Forststraße rechts abzweigen, wo wir nach 400 Metern den Parkplatz erreichen.
In der Nähe von Lindberg und Spiegelhütte wandern
In der näheren Umgebung gibt es noch mehr interessante Touren. Hier sind einige Vorschläge:
Wanderkarte Bayerischer Wald
Der GPX-Track ist bei outdooractive eingestellt.
Hintergrundkarte: © Bayerische Vermessungsverwaltung (2025) / Datenquelle: Geoportal Bayern www.geoportal.bayern.de




































