Rund um den Stierberg – Im Aigner bei Zenting

Eine kleine, aussichtsreiche Spazierrunde in der Region Sonnenwald.

Richtung Aschenstein - ZentingDie Wanderung beginnt in Simmetsreuth mit Blick auf Österreich. Mit der „Ochsenbergrunde“ wandere ich auf der Straße Richtung Zenting, sehe keine Ochsen, sondern nur ReiterInnen. Es dauert nicht lange und ein Weglein zweigt ab, lotst mich aussichtsreich am Waldrand entlang in schönen Mischwald hinein.

Die ständig nasse und von Pferden zermantschte Stelle im Wald umgehe ich seitlich des Weges. Ich komme an Totholzbäumen vorbei. Diese werden gerade von Pilzen aufgefressen.

Gleich schnappt er zu!

Gleich schnappt er zu!

Nach der gemütlichen Geherei durch den Wald schaue ich über friedlich grasende Kühe auf den Berg ohne Namen: Kleiner Aschenstein.

Über Fradlberg zum Aschenstein

Einheimische hatten ihn bis vor einigen Jahren Geißlstein genannt. Tatsächlich war das falsch. Das wusste niemand. Der Berg war sogar beim Vermessungsamt ein weißer Fleck auf der Landkarte. WanderInnen sei Dank ist man draufgekommen. Jetzt heißt der Gipfel „Kleiner Aschenstein“. Das sagt aber niemand – alle hier sagen nach wie vor Geißlstein. Wenn man Einheimische nach dem Weg zum Geißlstein frägt, landet man auf dem Kleinen Aschenstein.

Es gibt auch noch den Aschenstein ohne „Klein“. Der heißt wohl so, weil früher für die Glasproduktion Holz zu Asche verbrannt worden ist. Das ist den Kühen heute egal. Sie freuen sich mit mir am Augentrost, der wunderschön blüht.

Über eine Wiese führt der Weg in Wald hinein, hindurch und hinaus und erneut am Waldrand entlang. Eine Libelle und ein Kleiner Feuerfalter flattern um die Wette. Der Falter soll sogar andere Männchen vertreiben.

Der Weiterweg verläuft ein kurzes Stück auf Asphalt. Dabei schweift der Blick über einen Teich in die Ferne zur Donauebene. Ein paar Schritte gegangen und schon bin ich wieder auf einem schönen Weg, der an Feldgehölzen und Pferdekoppeln vorbei nach oben in Wald leitet.

Bei Gruselsberg

Dort geht es an Schnitzelpilzen vorbei wieder leicht bergab. Nach dem Wald öffnet sich der Blick über Wiesen auf die schön gewellte Hügellandschaft von Thurmansbang und Ranfels.

Hier geht`s nach Haberöd!

Ein alter Wegweiser leitet Richtung Haberöd. Ich liebe diese herrlich alten Wegweiser, die so gar nichts mit den Premium-Wegweisern zu tun haben: Sie zeigen keine Entfernungen an, sind schlecht zu finden und das Wichtigste: Manche haben schon Flechten angesetzt!

 

Seitlich vom Weg hängt ein großer Felsen rum. Dann nasche ich an Brombeeren, ein Schmetterling fliegt vor die Linse.

Klee-Gitterspanner

Klee-Gitterspanner

Und auch die Schlehenausbeute ist riesig! Eine ganze Schlehe. Das gibt richtig viel Marmelade! 🙂 . Im Wald seht ein Hüttlein mit einem schönen Schloss.

Ein Schloss - aber kein Schloßfräulein

Ein Schloss – aber kein Schloßfräulein

Ein schöner Hohlweg führt bergab. Es gibt viel zu entdecken:  Pilze, die wie Raupen aussehen…

Raupen???

Raupen???

und vermooste Wurzeln.

Erneut verlasse ich den Wald, wandere weiter abwärts in eine kleine Senke. In diesem Wiesental liegt der tiefste Punkt der Wanderung.

Vor einem einsam gelegenen Haus zweigt der Weg wieder in den Wald hinein ab, führt eben am Rand des Wiesentals entlang. Nach einem Haus, das an ein Hexenhaus erinnert, (nur ohne Lebkuchen, vermutlich eine ehemalige Mühle) tauche ich aus der Versenkung auf, wandere auf hügelige Wiesen zu. Am stillen Weg wächst allerhand: Thymian, Teufelsabbiss, Wolfsmilch, Marillen, Pilze…

Auf einem schönen Wiesenweg zieht der Weg steiler bergauf, an Flockenblumen, Apfel- und Walnussbäumen vorbei. Ich kreuze noch mal eine kleine Landstraße. An einem Backofen und zwischen den einzigen zwei Häusern hindurch lande ich wieder in ländlicher Idylle: ein sanft gewelltes Tälchen mit schönem Überblick über die wald- und wiesenreiche Gegend.

Erneut geht es in Wald, nun steiler bergauf. Zur Abwechslung gibt es mal Fichtenwald. Bald geht der Weg in einen Waldwirtschaftsweg über. Dieser teilt den Wald in Buchenwald auf der rechten und Fichtenwald auf der linken Seite. Die Entdeckerfreude hält an: Ein Zuwanderer mit einer Spannweite von über 15 Centimetern.

Ein Falter mit Migrationshintergrund

Ein Falter mit Migrationshintergrund?

Auf einer aussichtsreichen Hochebene hat man einen schönen Blick über die Donauebene. Auf einer bequemen, geschwungenen Sandstraße geht es wieder in den Wald. Hier heißt es aufpassen: Die Markierung ist kaum auszumachen. Nach einigem Hin und Her finde ich den Weg doch noch. Er wird eindeutig steiler. Im Buchenwald bin ich von Waldgeistern umgeben.

Waldgeist 1Freundlicher Waldgeist

Das ist der nun deutliche Weg:

Auf dem Weg nach Unteraign

Schließlich erreiche ich Unteraign, ein Dorf, das aus Wiesen und zwei Gebäuden besteht. Steil ging es hier herauf.

bei Unteraign Ausblick und

Der Blick reicht vom Westen von der Donauebene über den Norden bis zum Brotjacklriegel.

Die Kühe gucken wohl fern, weil sie zum Fenrssehsender auf dem Brotjacklriegel schauen.

Die Kühe gucken wohl fern, weil sie zum Fernsehsender auf dem Brotjacklriegel schauen.

Richtung Büchelstein

Um den Bauernhof führt ein kleines Zufahrtssträßlein herum, dahinter verbirgt sich ein besonderes „Kalb„.

Kälber

Das Sträßlein leitet nach unten. Der Asphalt macht nichts, weil es hier sehr aussichtsreich ist. Außerdem wachsen am Kuhweide-Straßenrand viele Blumen: Teufelsabbiss?, Witwenblume, Thymian, Glockenblumen, Flockenblumen, Schafgarbe, Breitwegerich, und, und, und…

Teufelsabbiss

 

 

 

 

Ein letztes Mal noch schlendere ich durch Wald, knipse Pilze und bin wieder am Ausgangspunkt, wo ich schaue, was die ÖsterreicherInnen heute so treiben.

Österreich ist rechts hinten.

Österreich ist rechts hinten.

So war`s: Die Wandertour mit ihren vielen kleinen Senken und Tälern und der sanft gewellten Landschaft hat richtig Spaß gemacht. Eigentlich wollte ich von Zenting losgehen, war aber schon spät dran und habe mich für die Kurzversion entschieden. Das war gut.

Schön war auch, dass es abwechselnd über Wiesen und durch schönen Wald geht. Hinter jeder Biegung schaut die Landschaft anders aus, weil kein Hügel dem anderen gleicht. Die paar Häuser fallen kaum auf. Die Wege sind fast ausschließlich schön naturnah, nur zum Schluss hat man eine kurze Strecke Asphalt, was kaum auffällt, da man mit Schauen beschäftigt ist.

Tourenhöhepunkte: Kleine Senken und Täler, hinter jeder Wegbiegung schaut die Landschaft anders aus.

Tourenlänge:   ca. 8 ½ km

Gehzeit: 2 1/2 Stunden

Tiefster Punkt: 430 Meter über NN

Höchster Punkt: 670 Meter über NN

Streckenkarte:

Wanderkarte

Wanderkarte

Start / Parken: In Simmetsreuth an der St 2322 zwischen Autobahnabfahrt Iggensbach und Zenting.  An der St 2322 zweigt bei Simmetsreuth eine Straße nach Unteraign ab. Diese Abzweigung nehmen und gleich danach befindet sich rechts ein Parkplatz.

Markierungen: Runde, rote 21 / 27 – 27 – unmarkiert – rote 24 „Brotzeitrunde“ – blauer Goldsteigzubringer /  Ahornblatt / rote 29 – Wegweiser „Haberöd“ – unmarkiert – rote 24 / 25 – 25 „Donaublick“ – rote 25 / 27 Richtung Riggerding – rote 25 Richtung Unteraign / Riggerding – rote 21.  

Routenbeschreibung: Vom Parkplatz geht man zur Hauptstraße zurück und wendet sich mit der Ochsenbergrunde nach rechts. Wenige Meter später zweigt der Wanderweg nach rechts ab, führt eben am Waldrand entlang und in Wald hinein. Im Wald auf dem Hauptweg bleiben, die Abzweigung links Richtung Gerading links liegen lassen. Es geht eben dahin.

Nach dem Wald steht rechts ein Haus. Die Markierung zweigt in diese Richtung ab. Dieser nicht folgen, sondern auf unmarkiertem Weg geradeaus und eben über die Wiese und in den gegenüberliegenden Wald hinein. Im Wald die erste Abzweigung links, die sich kurz darauf leicht nach unten senkt. Man tritt aus dem Wald heraus und sieht links unten Zenting. Am Waldrand unmarkiert nach rechts auf die Kuppe. Auf der Kuppe auf die Straße gehen.

Auf der Straße wieder ein paar Meter rechts, dann links der roten 24 folgen. Dann mit der roten 29 und dem Ahornblatt am Haus vorbei, an einer Koppel leicht ansteigend erneut in den Wald hinein. Auf dem Waldweg wieder leicht abwärts. Am Ende des Waldes steht eine Markierung mit dem blauen Goldsteigzeichen mit Entfernungsangaben.

Gerade auf dem Wiesenweg weiter, bis kurz darauf der nächste Wald beginnt. Rechts zweigt im spitzen Winkel ein Weg ab (ein großer Felsen steht am Waldrand). Diesem Weg folgen. Der Hinweis Richtung „Haberöd“ ist dann zu sehen. Der Weg steigt mit einer Rechtskurve leicht an, führt an einer Hütte vorbei und mündet in einen abwärts führenden Hohlweg. Diesem bis zum Ende des Waldes folgen.

Wenige Meter neben Feldgehölzen auf einer Wiese und nach rechts ins Tal abzweigen. Es geht über ein Bächlein und bis vor ein einsam gelegenes Haus. Vor dem Haus führt die Markierung rote 24 / 25 in den Wald hinein. Der Weg schlängelt sich flach am Tal entlang bis man den Wald verlässt. An einem alten Haus vorbei und in einer Senke zwischen Wiesen bergwärts.

Nach ein paar Obstbäumen eine Landstraße überqueren, mit der Markierung „Donaublick“ / rote 25 am Backofen vorbei und zwischen den Häusern hindurch auf einem Grasweg Richtung Wald. Der Waldweg steigt an und wird bald zum Waldwirtschaftsweg, der eine Linkskurve beschreibt. Auf diesem Hauptweg bleiben, bis man eine Hochebene mit Ausblick erreicht.

Mit der roten 25 nach rechts Richtung Riggerding auf der aussichtsreichen und gewundenen Sandstraße bis zum Waldrand. Dort trennen sich die Markierungen. Mit der roten 25 Richtung Unteraign / Riggerding links abbiegen, leicht ansteigend, der Weg wird kurz darauf wieder flach. Kurz danach ist links zwischen den Bäumen eine Wiese zu erkennen. An deren Ende ist links ein Baum markiert. Schräg gegenüber rechts zweigt ein Weg nach oben ab. Die Markierung fehlt.

Ein Stück weiter oben nach links. Der Weg ist vorübergehend wieder markiert – dann im Zweifelsfall den rechten von zwei Wegen nehmen. Man muss auf alle Fälle nach oben. Man kommt beim Einödhof Unteraign raus, hat eine tolle Aussicht, umrundet den Bauernhof links, kommt an Sitzbänken vorbei und wandert mit der roten 21 auf Asphalt in etwa 10 Minuten zum Ausgangspunkt zurück.

Einkehrmöglichkeiten: keine

Wo es dazugehört: Markt Schöllnach, Landkreis Deggendorf

Wanderkarte: Fritsch Wanderkarte Nr. 58

 

 

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