Die Sauloch-Schlucht bei Deggendorf

Ein kurzweiliger Spaziergang  auf einem stellenweise nassen Waldwirtschaftsweg in unmittelbarer Nähe zu einer viel befahrenen Straße. Wie kann so eine Wanderung Freude machen? Und trotzdem ist es so. Auch wenn man es sich nicht vorstellen kann, man hört von der Straße überhaupt nichts!!! Bei dem Spaziergang hört man nur das Rauschen des Blätterwaldes, des Baches und das Gezwitscher der Vögel. Der Weg führt durch ein Bachtal, das seitlich von steilen Hängen flankiert ist.

Wir beginnen die kurze Wanderung am Ende der kleinen Teerstraße, die in einen Wald-Wirtschaftsweg mündet. Begleitet werden wir vom gurgelnden Saulochbach. Der Weg führt sanft bergauf. Stellenweise befindet sich links oder rechts des Weges ein steiler Hang – schließlich heißt es ja „Schlucht“. Eine üppig wuchernde Vegetation, grün bemooste Granitsteine, goldgelb leuchtende Flechten auf Felsen und ein Naturdenkmal (so eine Art Blockhalde) begleiten uns.

Ein Naturdenkmal

Der Wald ist ein Mischwald mit Fichten, Tannen, Buchen, Ahorn u.a. Bäumen und einer Blume für den Zahnarzt?

Wenn das Spechtloch mal groß genug ist, gibt es viele Nachmieter.

Die Blume heißt wirklich Bunter Hohlzahn. Und ich habe den Zahnarzt gefragt, ob das Pflänzchen mit seinem hohlen Zahn ein Patient von ihm ist? Raten Sie mal, was er geantwortet hat?

Der knapp einen Meter hohe Bunte Hohlzahn wächst und gedeiht ziemlich üppig an nährstoffreichen Plätzen. Da sieht man dann, dass er kein Einzelgänger ist. Und deshalb kann ich gar nicht glauben, dass diese hübsche Blume mit ihren gelben, weißen und violetten Blütenblättern regional gefährdet sein soll.

Nur für den Fall, dass sich jemand für solche Details interessiert: Der Bunte Hohlzahn gehört zu den Lippenblütlern. Er hat eine Ober- und eine Unterlippe. 🙂 Ich habe ich schon an verschiedenen Plätzen gesehen: An Weg- und krautigen Waldrändern, in der Nähe von Brombeeren und an Wiesen- und Ackerrändern. Man findet ihn aber auch an langsam fließenden Wassergräben. Der Bunte Hohlzahn mag es stickstoffreich, z. B. wenn entsprechend gedüngt wird. 

Dann gibt es noch das:

Lebendiges Biotopholz.

Unterwegs kann man seinen Hunger mit Brunnenkresse stillen und irgendwann erreicht man den Stauweiher. Dort dreht man um und geht auf gleichem Weg zurück. Durch die geänderte Blickrichtung sieht man die Dinge völlig anders, so dass es trotz „Wiederholung“ interessant bleibt.

Steinerner Frosch

Außerdem gibt es links und rechts des Weges einige „Kleinigkeiten“ zu entdecken.

Ist´s der Schnecke unten zu warm, krabbelt sie nach oben.

Start: / Ausgangspunkt:  Parken in 94469 Deggendorf – ZwieslerbruckDeggendorf liegt an der A3 zwischen Regensburg und Passau.

Von Deggendorf Richtung Regen (über Rusel) fahren. Durch die Ortsteile Mietraching und Maxhofen hindurch. Am Ortsende kommen links die Ruselkraftwerken. Nach diesen Bei den letzten Häusern, bevor die Bundes-Straße steil nach oben führt, links nach Zwieselerbruck auf das schmale Sträßchen abbiegen. Es gibt keinen offiziellen Parkplatz. Man kann entlang der kleinen Straße halten oder auf der Wendeplatte am Ende der Teerstraße.

Gehzeit: ca. 1 Stunde

Wegbeschreibung / Markierung: Der Straße in Fahrtrichtung weiter geradeaus folgen. Nach dem letzten Haus links vom Bach geht der Asphalt in einen Waldweg, der mit der roten 1 markiert ist, über. Der Markierung immer am Bach entlang folgen. Die Abzweigung rechts Richtung „Nest“ ignorieren und gerade aus aufwärts weiter dem Bachlauf folgen. Man erreicht eine T-Kreuzung. Hier rechts bis zum Stauweiher, dem Wendepunkt. Der Rückweg ist derselbe wie der Hinweg.

Tiefster Punkt:  Zwieselerbruck 440 m

Höchster Punkt: Stauweiher unterhalb Rohrmünzmühle ca. 660 m

Einkehrmöglichkeiten: Wirtshäuser in Mietraching (nicht unmittelbar am Wanderweg)

 

Dieser Beitrag wurde unter Hin und zurück, Spaziergang abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Die Sauloch-Schlucht bei Deggendorf

  1. Pingback: Ein “märchenhafte” Wanderung mit gefleckten Gauklern, dem Mantel des Kaisers und einem Märchenwald | bayerischer-wald-wandern-blog.de

  2. Pingback: Ein “märchenhafte” Wanderung mit gefleckten Gauklern, dem Mantel des Kaisers und einem Märchenwald | bayerischer-wald-wandern-blog.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.