Von Innenried auf den Gipfel des Hennenkobel

An der Markierung „Um die Felsen“.

Um auf den Hennenkobel bei Zwiesel zu kommen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die meisten Leute ziehen von Rabenstein los. Und obwohl ich Rabenstein, ein kleines, beschauliches Dorf in schöner Lage, mag, habe ich den Gipfel wieder einmal auf einer alt-bekannten Tour mit einem anderen Ausgangspunkt erklommen. Diese Runde ist kaum begangen und bietet für eine Waldwanderung relativ viele Aus- und Weitblicke.In Innenried geht´s los. Zuerst schaue ich Richtung Innerer Bayerischer Wald auf den Falkenstein, auf den eine andere schöne Tour lockt.

Der runde Rücken ist der Berg Falkenstein im Nationalpark.

Der runde Rücken im Hintergrund ist der Berg Falkenstein im Nationalpark.

Aussichtsreich

Blick von Innenried auf den Vorderen Bayerischen Wald.

Blick von Innenried in Richtung Vorderer Bayerischer Wald.

geht es durch das Dorf und dann über Wiesen. Begleitet von allerlei Blümchen wie Habichtskraut, weißem Klee, violett blühenden Witwenblumen, Nelken

Nelke am Wegrand. Eine bunte Blume von vielen.

Nelke am Wegrand. Eine bunte Blume von vielen.

und einzelnen Glockenblumen führt der Weg in den Wald hinein.

Im Wald schaut ein Eichhörnchen neugierig um die Ecke. Ich bleibe stehen und gucke zurück. 🙂 Am Waldrand wachsen kleine Eichen. Mal schauen, ob sich die auf Dauer halten können oder ob es ihnen nicht doch zu kalt ist. Vögel zwitschern, die Blätter der Bäume rauschen im Wind. In einer Senke plätschert ein Bächlein und Schmetterlinge flattern um die Wette.

Baumweißling

Baumweißling

Dreht man sich um, hat man einen schönen Blick auf die von Wald umgebenen Wiesen.

kurz vor Außenried

Kurz vor Außenried.

Am Waldrand beim Rastplatz hat man einen weiteren, schönen Blick.

Hinter der Wiese liegt Außenried. Dort gibt es einen Haltepunkt der Waldbahn.

Hinter der Wiese liegt Außenried. Dort gibt es einen Haltepunkt der Waldbahn.

In der Ferne tutet die Waldbahn, die zwischen Bodenmais und Zwiesel fährt.

Der Wanderweg führt nun eben durch Wald und dann auf eine Forststraße. Leider ist der Wanderweg vom ehemals schönen Wanderweg und –pfad auf die Forststraße verlegt worden. Das ist schade. Die Straße ist zwar keine Waldautobahn, Aber der Abschnitt, auf dem der Wanderweg jetzt nicht mehr geführt ist, war besonders reizvoll.

Ich gehe also tapfer auf der Forststraße weiter. Aber nicht lange.

Blick auf Stockauswiesen N

Blick auf das Naturschutzgebiet Stockauwiesen. Hier kann man die Forststraße links verlassen.

Bevor sich Verlustgefühle breit machen, lockt mich seitlich ein Weglein, das mich wieder auf die alte Wegführung bringt. Als ich wieder die offizielle Markierung erreiche, geht es durch dichten Fichtenwald auf der einen Seite und dichten Mischwald auf der anderen Seite.

Es ist immer noch bequem, weil fast keine Steigung zu gehen ist und ich frage mich, wie ich jemals auf den Gipfel kommen soll, wenn es immer nur eben oder leicht ansteigend dahin geht?

Kurz danach geht es auf vergrastem Weg durch Fichtenwald mit vermoostem Boden. Im Hintergrund leuchten die Blätter im Sonnenschein. Erneut zweigt der Weg auf eine Forststraße ab. (Um ganz ehrlich zu sein: Ich gehe auf dem alten, schönen Waldweg, der links parallel zur Forststraße verläuft). Nun wird es steiler. An größeren Felsen, einem Ameisenhaufen, Nelken und Vergißmeinnicht vorbei vergisst man schon mal die Forststraße.

Ameisenhaufen.

Endlich zweigt der Weg wieder auf einen naturnahen Weg ab. Ich halte meine Nase noch kurz an frisch geschlagenes Holz. Mmmh! Duftet das gut! Irgendwann wird der Weg pfadiger. Stellenweise kommt jetzt Dschungelfeeling auf, so schön eingewachsen ist der Weg.

Unterhalb der Roter Höhe.

Leider waren aber an einer anderen Stelle auch schon wieder die großen Holzerntemaschinen unterwegs. Vom Gefühl her ist das noch nicht lange her, dass sie hier gearbeitet haben. Oh! Ein Alpen(milch)lattich lenkt mich ab! Wie schön!

Dann geht es wieder auf einer kleinen Forststraße weiter, die erfreulicherweise an den Rändern üppig eingewachsen ist. Da blüht Eisenhut, rosa und weißer Fingerhut.

Eisenhut

Eisenhut

Ein schöner Steig am Hang lässt mich unbemerkt schnell Höhe gewinnen und leitet an beeindruckend großen Felsen und schönen Totholzbäumen vorbei.

Kleine Felsen unterhalb des Hennenkobel.

Kleine Felsen unterhalb des Hennenkobel.

Im Biotopholz tobt das Leben.

Biotopholz

Gemächlich steige ich weiter am Hang entlang nach oben.

Gipfelanstieg.

Gipfelanstieg.

Nach einem letzen Anstieg bin ich auf dem Gipfel des Hennenkobel.

Auf dem Gipfel des Hennenkobel.

Auf dem Gipfel des  965 Meter hohen Hennenkobel.

Der Gipfel ist wie ein langgestrecktes Plateau. Es gibt ein Gipfelkreuz, zwei Bänke und eine Schutzhütte. Von hier oben hat man eine herrliche Aussicht. Der Blick reicht links vom Brotjacklriegel über den Wagensonnriegel, den Geißkopf, Vogelsang und Hirschenstein bis zum Kronberg rechts.

Gipfelblick vom Hennenkob

Gipfelblick vom Hennenkobel Richtung große, weite Welt.

Auf dem Hennenkobel soll der Seher Stromberger  Zukunftsvisionen gehabt haben. Außerdem wurden am Hennenkobel Rosenquarz und andere Mineralien, darunter auch seltene, abgebaut. Auf dem Gipfel gibt es nicht nur Fernblicke zu sehen, sondern auch kleine Dinge, die Freude machen.

Das kleine Gipfelglück.

Das kleine Gipfelglück.

Nach der ausgiebigen Gipfelrast – wer will, kann sich im Gipfelbuch verewigen – geht es auf steilem Pfad zwischen schönen Felsen abwärts. Bisher bin ich den Abstieg scheint´s immer falsch gegangen. Nun entdecke ich zwischen Felsen den richtigen Abstieg. Hier ist das Ganze eindeutig einfacher zu bewältigen. Da muss man nicht springen. Und die beeindruckenden Felsen, an denen der Wanderpfad vorbeiführt, haben eine schöne, teilweise vermooste Rückseite!

Der Pfad zwischen den Felsen.

Der weitere Abstieg ist so geführt, dass man schnell an Höhe verliert. Der Weg wächst nach Holzerntemaßnahmen langsam wieder zu. Vor allem Brombeersträucher krallen sich an unvorsichtigen Wanderern fest.

Abstieg

Abstieg – rückblickend gesagt: „ganz schön“.

Man überquert die Forststraße, wandert durch Mischwald mit Bodenkräutern wie Hasenlattich, Heidelbeersträuchern und Farnen. Daneben wächst etwas Sauerklee. Baumnachwuchs von Ahorn, Buche und Eberesche zeigt sich zusammen mit Taubenkropfleimkraut.

An einer Stelle wachsen sehr viele Fingerhüte am Wegrand. Schön!

Fingerhut

An einer anderen steht ein windschiefer Unterstand.

Unterstandhütte

Auf einem schönen, bequemen Sonntags-nachmittags-Spazierweg durch den Wald schlendere ich weiter.

Spazierweg oberhalb von Rabenstein.

Spazierweg oberhalb von Rabenstein.

Raus aus dem Wald und über Wiesen spazierend lasse ich die Wanderung aussichtsreich (auch den Rachel sieht man)

Innenried ist nicht mehr weit.

Innenried ist nicht mehr weit.

und begleitet von allerhand Kräutern wie gelb blühendem Johanniskraut und Blutwurz ausklingen. Blutwurz heißt so, weil die Wurzel „blutet“ wenn man sie anschneidet. Sie färbt auch das hochprozentige Getränk mit dem gleichen Namen rot.

Dann dauert es nicht mehr lange, und ich bin wieder am Ausgangspunkt zurück.

Die Kapelle von Innenried.

Die Kapelle von Innenried. Gleich dahinter ist der Parkplatz.

Fazit: Den Hennenkobel zu besuchen lohnt sich auf alle Fälle. Ob es diese Tour sein muss, sei dahingestellt. Früher bin ich diese Tour gerne gegangen. Es nervt mich, dass große Holzerntemaschinen einen früher wildromantischen Abschnitt nun immer wieder beeinträchtigen. Leider ist der Anteil an Forstwirtschaftswegen inzwischen gestiegen. Wenn man weiß, wie, kann man diesen Anteil allerdings gering halten.

Wer es allerdings einsam haben will, wird auf dieser Runde fündig. Bis zum Hennenkobel begegnet man kaum Menschen. Auf dem Gipfel selber kann dann schon was los sein, vor allem an Sonntagen. Und noch weitere Lichtblicke bietet die Tour: Der Gipfelanstieg um die großen Felsen und immer wieder schöne Ausblicke. Probieren Sie die Tour selber aus und schreiben Sie im Kommentar, wie sie Ihnen gefallen hat. Ich bin auf Ihre Eindrücke gespannt.

Start / Ausgangspunkt: 94227 Innenried bei Zwiesel. Von Zwiesel kommend am Ortsanfang bei den Glascontainern kann man parken.

Streckenlänge: 12 Kilometer.

Gehzeit: 3 1/2 Stunden.

Wanderkarte: bei outdooractive.

Wegbeschreibung / Markierung:

Die Wanderinfo am Anfang.

Die Wanderinfo am Anfang.

Die Glascontainer im Rücken, die Berge und damit den Berg Falkenstein im Blick geht man auf der Straße nach links in das Dorf hinein. Man kommt an einer Kapelle vorbei. Kurz danach zweigt im Ort die rote 27 nach links unten auf den Tröpplkellerweg ab. Es geht an einer Sitzgelegenheit und am Feuerwehrhaus vorbei. Am Ortsende, nach dem letzten Haus auf der rechten Seite und gegenüber der Ortstafel, zweigt rechts ein unmarkierter Wiesenweg ab, dem man folgt. Er führt anfangs eben über Wiesen, dann in den Wald hinein, kurz an einem Waldrand entlang und abwärts. In einer Wiesen-Senke überquert man ein Bächlein. Auf der anderen Seite steigt man wieder aufwärts, wo man kurz darauf auf zwei Häuser am Waldrand trifft. Auf der kleinen, geteerten Zufahrtsstraße taucht man weiter leicht ansteigend wieder in den Wald ein.

Schon nach wenigen Minuten erreicht man erneut einen Waldrand mit einer Wanderwegkreuzung und einem Rastplatz. Hier folgt man rechts der grünen 10 Richtung Bodenmais / Brandten im Wald auf ebenem Weg. Nach wenigen Minuten trifft die 10 auf eine Forststraße und führt rechts weiter. Man geht wieder am Waldrand entlang und taucht erneut fast eben in den Wald ein. Nun folgt im Wald ein etwa ein Kilometer langer Abschnitt auf der Forststraße. Dem Wanderweg solange folgen, bis er wieder links auf einen Waldweg abzweigt. Die grüne 10 ist immer noch die wegweisende Markierung.

(Alternativ und wesentlich schöner kann man die Forststraße so vermeiden: Man geht wieder am Waldrand entlang und taucht auf der Forststraße erneut fast eben in den Wald ein. Nach ungefähr fünf Minuten (500 Meter) erkennt man eine langgezogene Rechtskurve (die erste Rechtskurve überhaupt). Rechts unten sieht man über eine Naturverjüngung (noch) das Naturschutzgebiet, links steht ein Pfosten mit einer Wandermarkierung. Nach diesem Pfosten zweigt nach links oben ein unmarkierter Waldweg ab. Hier verlässt man die Forststraße und folgt diesem nicht markierten Waldweg. An der ersten Abzweigung links, geradeaus vorbeigehen. Der nun ebene Weg macht kurz darauf einen Halbbogen nach links – hier könnte man auf vergrastem Weg auch gerade aus gehen. Dem Halbbogen leicht ansteigend folgen. Gleich danach dem rechten von den zwei Wegen folgen (der linke ist schon sehr zugewachsen und kaum mehr erkennbar). Nach wenigen Metern erreicht man eine kleine T-Kreuzung. Hier rechts. Der schmale Weg ist der alte Wanderweg und teilweise mit Kies ausgebessert. Er führt fast eben durch den Wald. Links abzweigende Wege nicht beachten. Kurz darauf trifft man auf eine Stelle, an der der Hauptweg im rechten Winkel nach links weiterführt. Hier auf manchmal kaum sichtbarem, Trampelpfad gerade aus weiter gehen. Nach zwei, drei Metern stößt von  rechts unten ein vergraster Weg dazu. Wenn man sich ein wenig umschaut, sieht man an einer Fichte die alte grüne 10-er Markierung.

Geradeaus geht es auf dem Pfad weiter. Einmal führt er sehr nah an einen Waldweg ran. Die alte 10 führt wieder kurz aufwärts, durch Fichtenwald, über grüne Bodenvegetation und Moose. Ein Schild weist nach „Zwiesel“ in die Richtung, aus der man gerade gekommen ist. Danach gibt es wieder drei Möglichkeiten: Die mittlere nehmen. Der rechte Weg ist kaum erkennbar, der linke führt an Adlerfarn vorbei und in einer Links-Kurve zurück. Dass man richtig ist, erkennt man daran, dass man nach ein paar Metern steiler bergan steigt, dann wieder eben. Wenn man nach rechts schaut, sieht man die Forststraße, auf der man gehen würde, wenn man der offiziellen Markierung weiter gefolgt wäre. Der alte Wanderweg trifft dann wieder auf  die offizielle Wegführung. Hier wende ich mich mit der grünen 10 nach links.

An der nächsten Wanderwegkreuzung verlässt man die 10 und die grüne 24 leitet nach rechts Richtung Hennenkobel. Bis zum Gipfel hält man sich nun an die grüne 24. Dafür steigt man teilweise auf vergrastem Weg im Wechsel mit Wald- und Forstwegen stetig bergauf. Ein paar Mal quert man eine Forststraße, geht auch mal ein längeres Stück auf ihr aufwärts dahin. (Auch hier könnte man links davon auf einem alten Waldweg parallel gehen).

Nach einem Mischwaldgebiet, in dem immer wieder Holz mit großen Holzerntemaschinen entnommen wird, erreicht man an einer T-Kreuzung erneut eine Forststraße. Hier  folgt man rechts der Markierung grüne 24, geht mehrere hundert Meter auf der Forststraße am Hang entlang. Von der Forststraße biegt die Markierung 24 dann im spitzen Winkel nach links oben ab und führt als Steig am Hang entlang. Man geht an riesigen Felsen vorbei. Nach einer Rechtskurve nimmt man gut markiert den Anstieg zum Hennenkobel in Angriff. Der Gipfel ist felsig und bietet eine weite Aussicht bis zu den Bergen des Vorderen Bayerischen Waldes. Eine Tafel zeigt, wo sich welcher Ort oder Berggipfel befindet.

Der Abstieg erfolgt mit der roten 4 nach rechts Richtung Zwiesel bis Innenried. Zunächst durch Wald auf steilem Pfad wird der Weg später etwas breiter, überquert zweimal eine Forststraße und schlängelt sich schließlich als angenehmer Waldweg gemütlich und ohne große Anstrengung leicht nach unten. Der Weg führt aus dem Wald hinaus, so dass man geradeaus einen schönen Fernblick über die Wiesen auf das nächste Dorf (Innenried) und links in der Ferne auf den Rachel hat. Dem Weg geradeaus über die Wiesen ins Dorf Innenried folgen. An der T-Kreuzung im Dorf folgt man der bekannten Straße wieder nach links. An der Kapelle vorbei erreicht man nach kurzer Zeit wieder den Parkplatz.

Tiefster Punkt: 590 Meter

Höchster Punkt: 965 Meter

Einkehrmöglichkeiten: keine

Diese Wanderungen sind in der Nähe: 

Die Wanderung auf den Falkenstein durch Schluchtwald auf abenteuerlichen und anstrengenden Pfaden. Die Wanderrunde im Nationalpark ist immer wieder eine Wanderung wert.

Die Schachtentour ist eine außergewöhnliche, abwechslungsreiche, aussichtsreiche Tour durch die Kulturlandschaft der Schachten im Wechsel mit Wald, der sich selber überlassen wird. Die Tour kann man so oft man will gehen. Sie ist immer wieder wunderschön.

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