Wanderung rund um die Stockauwiesen bei Zwiesel

Blick von Innenried auf die Berge des Bayerischen Waldes

Zwischen Bodenmais und Zwiesel liegt das idyllische Naturschutzgebiet „Stockauwiesen“, das wir bei dieser abwechslungsreichen Runde auf angenehmen Waldwegen anpeilen. Daneben machen schöne Fernblicke und ein beeindruckendes Bauwerk Lust auf diese Tour. Wandern wir los!

Wir starten in Innenried, einem kleinen Ortsteil von Zwiesel. Vom Parkplatz schauen wir über die Straße auf den Hennenkobel und den auffällig breiten Rücken des Falkenstein, der sich schon im Nationalpark Bayerischer Wald befindet.

Falkenstein im Bayerischen Wald

Wir laufen an der Kapelle vorbei. Zwischen den Häusern des kleinen Dorfes schauen wir auf die sanft gewellte Landschaft und einige niedrigere Berge. Als wir so stehen und den Blick genießen, hören wir Kuhglocken läuten.

Dann geht es am Rastplatz und Feuerwehrhaus vorbei und schon verlassen wir das Dorf. Das ging schnell! Links sehen wir den zweithöchsten Berg des Bayerischen Waldes, den Rachel, der gleichzeitig der höchste Berg des Nationalparks ist.

Wanderung bei Zwiesel zu den Stockauwiesen mit Rachelblick

Auf einer nicht befahrenen, winzigen Landstraße geht es leicht bergab und wir entdecken am Waldrand bunt blühenden Hainwachtelweizen.

Bald tauchen tauchen wir in grünen Fichtenwald ein, wo in der Mitte des kleinen Waldweges kleine Bäume wachsen. Der Wanderweg schlängelt sich abwärts, führt durch ein Dickicht an einer Hütte vorbei.

Danach geht es auf einem äußerst schmalen Pfad zwischen wuchernden, aber insektenfreundlichen, violett blühenden Waldwitwenblumen zum leise plätschernden Michelbach. Auf der Wanderkarte sehe ich, dass der Bach von den Stockauwiesen herunterkommt.

Michelbach Stockauwiesen

Der Pfad am Wasser entlang lotst zu einer rund hundert Jahre alten Eisenbahnbrücke von beeindruckender Höhe und Bauweise, die das Tal auf dem Weg von Bodenmais nach Zwiesel überspannt. Eine tolle Leistung für die damalige Zeit!

Historische Eisenbahnbrücke bei Zwiesel

Ein Wanderzeichen weist auf das Monte-Denkmal hin. Was das wohl ist? Der kurze Abstecher bringt Licht ins Dunkel: Im deutsch-französischen Krieg ist hier im Jahr 1870 versehentlich ein Ballon gelandet, der eigentlich Paris von der Luft aus mit Lebensmitteln hätte versorgen sollen. Na ja. Zwiesel ist fast Paris.

Nach dem Abstecher geht es zu den einsam gelegenen Häusern von Reisachmühle zurück. Bevor wir endgültig in den Wald eintauchen drehen wir uns noch einmal um und sehen weit weg noch einmal den Doppelgipfel des Rachel.

Wandern im Wald - insektenfreundlicher Wiesenbärenklau

Im Wald streifen wir blühenden Wiesenbärenklau und zwischen Fichten und Heidelbeersträuchern umher, gehen dabei so langsam, dass wir den sanften Anstieg nicht bemerken. Die Steigung ist minimal, nicht erwähnenswert. Deshalb erwähne ich sie nicht.

Vor uns taucht eine schöne Lichtung mit fressenden Kühen auf. Das wirkt wie ein romantisches Postkartenmotiv. Aber wer schreibt heute noch Postkarten?

Waldweide bei Zwiesel
wandern im Zwieseler Winkel

Über diese Postkartenidylle fällt der Blick auf Innenried, das auf einer Anhöhe liegt.

Blick auf Innenried / Zwiesel

Wir wandern durch Wald, dessen Boden von über und über von Heidelbeersträuchern und Moosen bedeckt ist, weshalb der Wald trotz Fichten angenehm lauschig wirkt. Wenn nicht gerade Erntezeit der Heidelbeeren ist kommen wir gut voran.

Noch einmal wandern wir auf einen Waldrand zu. Hier schauen wir auf Kohlnberg, das in der Mitte links liegt. Links dahinter ist das Tal des Schwarzen Regen, an dem ein schöner Flusswanderweg entlang führt.

Blick zum Vorderen Bayerischen Wald bei Sockauwiesen-Runde

Die Bergkette am Horizont sind die Berge des Vorderen Bayerischen Waldes mit dem Geißkopf. Wegen der Skiabfahrten ist er unverwechselbar.

Wanderwegkreuzung Stockauwiesenrunde

Wenige Schritte weiter gehen wir wieder in den Wald, wandern auf ebenem und immer noch bequemem Weg. Schließlich verlassen wir den markierten Wanderweg bei einer Rastbank. Nun bringt uns ein alter Waldweg hinab zum Naturschutzgebiet Stockauwiesen.

Dafür schlängeln wir uns auf einem uralten Waldweg und dann Pfad zwischen Heidelbeersträuchern zur kleinen, zwischenzeitlich erneuerten Brücke über den leise plätschernden Michelbach.

Brücke über den Michelbach bei den Stockauwiesen

Über die kleine Brücke wechseln wir die Bachseite und arbeiten uns durch hohe Gräser. Nun lenkt der kleine Waldweg am inneren Waldsaum am Naturschutzgebiet Stockauwiesen entlang leicht bergauf.

Bei einer Infotafel, erfahren wir, was es mit dem Wort „Au“ in „Stockauwiesen“ auf sich hat. Es handelt sich um eine Rodungsfläche, um diese für Weidetiere nutzbar zu machen.

In der Nähe der Infotafel lädt am Wiesenrand eine Bank zum Pausieren ein. Das moorige Gebiet mit Birken und verschiedenfarbigen Gräsern und Wollgras ist eine richtige Augenweide.

Naturschutzgebiet Stockauwiesen bei Zwiesel im Bayerischen Wald

Neben der Rastbank wächst Klappertopf, der als Halbschmarotzer Gräser anzapft. Seinen deutschen Namen hat er von seiner Eigenschaft, zu klappern, sobald man die reifen Samenkapseln schüttelt.

Kaisermantel mit seltener Färbung

Dann geht es im Wald weiter bergan und ein Kaisermantel (Schmetterling) mit einer seltenen weiß-grauen anstatt orange-braunen Färbung nuckelt an Brombeerblüten. Daneben wachsen Preiselbeeren.

Preiselbeeren bei Zwiesel

Wir überqueren eine ehemalige Kahlschlagfläche, auf der zwischenzeitlich schon wieder viel Jungwald nachgewachsen ist.

Eine kleine, kurvige Forststraße lotst durch den Wald, in den sich jetzt sich auch der eine oder andere Laubbaum geschlichen hat. Der Forstweg, der erfreulicherweise keine Forstautobahn ist, ist sehr bequem und seine Ränder sind schön eingewachsen.

Kurz danach verlassen wir bei einer Wiese den breiteren Weg, laufen auf einem kleinen, vergrasten Waldweg durch schönen Mischwald. Schließlich geht es aus dem Wald hinaus und ich erschrecke! Denn der Wald bei der Schutzhütte ist zugunsten eines Maisfeldes abgeholzt worden.

Kurz vor Innenried bei Zwiesel

Aber wir wenden uns nach rechts und haben ein tolles Panorama vor uns. Über die Ebene und weiten Wiesen erhaschen wir noch einmal einen Blick auf den Rachel und andere Berge des Bayerischen Waldes, bevor es aussichtsreich nach Innenried zurückgeht.

Kapelle in Innenried

Damit ist die wunderbare Rundwanderung rund um die Stockauwiesen bei Zwiesel zu Ende.

So hat mir die Rundwanderung rund um das Naturschutzgebiet „Stockauwiesen“ gefallen

Der Weg zu den Stockauwiesen ist eine schöne Spazierrunde, bei der man viel im Wald wandert. Trotz vieler Fichten führt die Tour durch abwechslungsreiche und angenehme Wälder, die mit einer üppigen Krautschicht (viele Heidelbeersträucher und Moose) bedeckt und somit schön grün sind.

Dazwischen bietet die Tour auch sonnige, wunderbar aussichtsreiche Abschnitte. Mir gefallen die herrlichen Weitblicke auf die Berge, die hügelige Landschaft und die beeindruckende, Eisenbahnbrücke immer wieder. Egal, wie oft ich schon da war.

Den eigentliche Wanderziel, das idyllische Naturschutzgebiet „Stockauwiesen“, darf man zwar nur vom Rand aus bestaunen, aber es macht die Wanderung „rund“. Insgesamt handelt es sich um eine empfehlenswerte Tour für entspanntes Wandern zu den Stockauwiesen – schlendern geht auch.

Tipp: Reicht die Zeit noch, kann man sich im nahegelegenen Zwiesel umschauen, und das nicht nur, um sich im Werksverkauf mit Glas einzudecken. Zwiesel hat überraschend schöne Ecken. Das erwartet man auf den ersten Blick gar nicht von Zwiesel, wenn man so durchfährt.

Die schönen Ecken findet man nicht nur am Regen oder im Stadtpark, sondern auch in anderen Winkeln der Stadt. Der Besuch des vor einigen Jahren neu gestalteten Waldmuseums lohnt sich ebenfalls.

Detaillierte Beschreibung der Wanderung rund um die Stockauwiesen bei Zwiesel

Die Rundwanderung ist 6,8 km lang, dauert 2 Stunden und man kann sie als ausgedehnten Spaziergang sehen, denn die Höhenunterschiede sind gering. Der tiefste Punkt liegt bei 560 m, der höchste bei 680 m. Die Gehzeit beträgt rund 2 Stunden. Die Wegführung erfolgt überwiegend auf kleinen, schön eingewachsenen Waldwegen und einigen Pfaden.

Start / Ausgangspunkt

Start ist in Innenried. Innenried befindet sich in der Urlaubsregion „Zwieseler Winkel“ im Bayerischen Wald und ist ein Ortsteil von Zwiesel. Von Zwiesel kommend, kann man am Gernfelderweg links bei den Glascontainern, der Bushaltestelle und der großen Wanderkarte parken.

Navi: Gernfelderweg, 94227 Zwiesel – Innenried

Wegbeschreibung

Wanderabschnitt von Innenried bis Reisachmühle

Beim Start in Innenried haben wir den Parkplatz im Rücken und schauen in der Ferne auf den breiten Rücken des Falkenstein. Wir wenden uns nach links, wandern an der Kapelle vorbei und nach Innenried hinein. In der Ortsmitte zweigt die rote 27 nach links auf den Tröpplkellerweg ab (auch Richtung Außenried und blaue Ld 10). Am Kinderspielplatz und dem Feuerwehrhaus vorbei geht es links weiter. Beim Ortsschild bleiben wir auf der kleinen Landstraße geradeaus Richtung Zwiesel, folgen weiter der roten 27.

Rechts fängt der Wald an. Bevor er auch auf der linken Seite beginnt, zweigt rechts die 27 in den Wald hinein ab. Der kleine Waldweg schlängelt sich zwischen Fichten nach unten und auf eine Hütte zu. Vor dieser geht es rechts hinab durch eine üppige Krautschicht zum kleinen Michelbach. Diesem Bach nach links auf schmalem Pfad durch den Wald folgen. Unter der historischen Eisenbahnbrücke hindurch stoßen wir auf eine kleine Straße, der wir rechts folgen.

Wir befinden uns jetzt in dem winzigen Dorf Reisachmühle. Jetzt kann man den 250 Meter entfernten Abstecher zum Monte-Denkmal machen oder auch nicht. Für den Abstecher geradeaus den entsprechenden Hinweisen folgen. Wieder zurück, biegen wir mit der roten 27 grünen 10 links zwischen die Häuser ab.

Wanderwegabschnitt Reisachmühle bis Naturschutzgebiet Stockauwiesen

Nach den wenigen Häusern von Reisachmühle geht es leicht ansteigend ein Stück auf grobem Schotter in Fichtenwald weiter. An einer Lichtung führt der Wanderweg am Weidezaun entlang. Weiter vorne sieht man über die Kuhweide rechts nach Innenried. Nach einem leichten Anstieg wechseln wir auf einen bequemen Weg. Nun geht es immer geradeaus. Immer auf dieser Höhe bleiben, nicht rechts bergab (die Markierung fehlt zum Teil durch Waldarbeiten). Vom nächsten Waldrand aus blicken wir auf Kohlnberg, das sich in der Mitte links befindet. Vorne sind die Berge des Vorderen Bayerischen Waldes mit dem Geißkopf (zu erkennen an den Pisten fürs Skifahren). Wenige Meter weiter der folgenden Wanderwegkreuzung die Wandermarkierung rote 27 vorübergehend verlassen.

Wir gehen jetzt stattdessen mit der grünen 10 (und ein kurzes Stück blauen Ld 10) geradeaus Richtung Brandten und Bodenmais. Die Markierung lotst eben durch Wald. Nochmal laufen wir mit Blick auf einsam gelegene Häuser kurz am Waldrand entlang. An der nächsten Weggabel folgen wir rechts mit der grünen 10 dem Forstweg in den Wald.

Nach ungefähr 100 Meter und einem leichten Anstieg und dem Ende der Linkskurve halten wir auf eine Rastbank auf der rechten Seite Ausschau. Bei dieser sind zwei unmarkierte Waldwege. (Zur Orientierung: Der Forstweg ist an dieser Stelle eben und weiter vorne sieht man, dass er eine weitere Linkskurve beschreibt. Einder der beiden unmarkierte Weg bei der Bank führt im spitzen Winkel rechts weg).

Dem unmarkierten Weg links von der Bank nach unten folgen. Dann die erste Abzweigung rechts ignorieren, geradeaus weitergehen. An der zweiten Abzweigung im spitzen Winkel rechts bergab abbiegen. Der Weg lotst zu einer Weggabel, hier linkseinem Pfad zum Bach folgen.

Auf der kleinen Holzbrücke den Bach überqueren und auf dem Waldweg mit der 27 links abbiegen. Der Weg zieht sanft ansteigend am inneren Waldsaum an den Stockauwiesen entlang. Bei einer Infotafel und einer Bank am Rand des Naturschutzgebietes kann man eine Rast einlegen.

Wanderwegabschnitt Naturschutzgebiet Stockauwiesen bis Innenried bei Zwiesel

Wir gehen weiter am inneren Waldsaum entlang. Kurz danach verlassen wir den Waldsaum und steigen rechts weiter bergauf. Entlang von einer Naturverjüngungsfläche stoßen wir auf eine fast ebene, querende Forststraße, der wir mit der roten 27 rechts bis zur nächsten Wiese folgen. Einige Meter weiter zweigt die Markierung links auf einen kleinen, vergrasten Weg in den Wald ab. An der nächsten Weggabel den rechten Weg nehmen. Er lenkt uns hinauf auf eine Ebene am Waldrand mit Schutzhütte. Hier biegen wir rechts mit der grünen 4 und roten 14 Richtung Zwiesel ab. Der aussichtsreiche Weg über die Wiesen und Felder bringt uns nach Innenried. An der T-Kreuzung im Dorf mit der roten 14 und blauen Ld 10 links Richtung Zwiesel zum Ausgangspunkt zurückgehen.

Wanderkarte

Die Wanderkarte (auch zum mitnehmen) finden Sie am Ende des Artikels. Aber Achtung: Die Karte ist unpräzise, denn es fehlen auf der outdooractive-Karte vorhandene Wege.


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Wanderkarte

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