Auf schönen Wegen und Pfaden zum Wackelstein bei Entschenreuth

Der Wackelstein im Bayerischen Wald bei Solla / Schönberg.

Herbststimmung bei Entschenreuth.

Ein bißchen bunt wollte ich es haben. Deshalb sollte meine Tour so tief liegen, dass noch Herbstlaub an den Bäumen hing. Da in höheren Lagen ab 700 Metern das nicht mehr der Fall war und die Wanderung auch noch kurz sein sollte, habe ich mich zum Wackelstein bei Solla aufgemacht.

Der Wackelstein im Bayerischen Wald ist ein Naturdenkmal / Geotop. Es ging schon mal das Gerücht um, dass ihn jemand vom Sockel gekippt haben soll. Was schade wäre, weil er wirklich beeindruckend ist.

Vom Parkplatz am Rand von Entschenreuth führt ein befestigter Weg über Wiesen. Im Sommer malt die Natur kräftige Farbtupfer an die Wegränder.

Blumen beim Wandern bei Zenting / Solla.

Farbenfrohe Nelken.

Nach wenigen Metern steigt der Weg leicht an und auf der dahinter liegenden Ebene  sehe ich auf dem nächsten Hügel die „Waldlaterne“ in Saldenburg.

Auf dem Weg zum Wackelstein bei Solla sieht man die Burg von Saldenburg.

Rechts hinten ragt die Waldlaterne in die Höhe.

So schaut sie aus der Nähe aus:

Der Bergfried von Saldenburg ist bei der Wanderung in der Nähe von Entschenreuth aus zu sehen.

Blick auf den kubusförmigen Bergfried von Saldenburg.

Nach einem Linksschwenk gabelt sich die rote 84, die mich über den Wackelstein-Steig auf den Wackelstein bringt.

Beim Wandern bei Schönberg gibt es Schmetterlinge zu sehen.

Ein Schmetterling spielt verstecken.

Der Weg folgt kurz dem Waldrand, wo daneben im Wald ein kleines Wässerchen ohne leises Plätschern fließt. Weiter geht es im schönen, herbstlich verfärbten Mischwald – das ist natürlich nicht immer so, ich meine, dass er herbstlich verfärbt ist.

Der schönste Wanderweg zum Wackelstein bei Solla führt auf der Rückseite hinauf.

Ein schöner, kleiner Wanderweg führt hinauf zum Wackelstein bei Solla.

Auf einem mit raschelndem Laub bedecktem Mini-Weglein geht es bergauf. Das Weglein (vielleicht ist es auch schon ein Pfad?) führt kurz zwischen Kiefern und Heidelbeersträuchern hindurch,

Die Wanderung führt zwischen Kiefern, Buchen und Fichten zum Wackelstein im Bayerischen Wald.

Kiefern.

dann wieder durch Mischwald mit vielen Buchen.

Der Wegverlauf wechselt zwischen eben und ansteigend.

Ein schöner Wanderpfad führt zum Wackelstein in der Nähe von Zenting.

Schön ist es hier und an diesem nebligen Tag ist auch nichts los. Auf diesem Teil des Wanderweges ist mir sowieso noch nie jemand begegnet. Die meisten spazieren wohl von der Forststraße her zum Wackelstein. Aber das ist eine andere Geschichte. Ups! Was ist denn das?

Im Wald beim Wackelstein gibt es viel zu entdecken.

Seltsame Tiere treiben sich im Wald beim Wackelstein rum.

Immer locken links und rechts naturnahe Wege, den markierten Weg zu verlassen, mich treiben zu lassen und um die nächste Kurve zu gucken, was dort kommt. Ich reiße mich am Riemen und bleibe tapfer auf dem nicht minder schönen, offiziellen Wanderwegepfad.

Der Waldweg wird zum Steig, geht vorübergehend in einen Hohlweg über, wo es mächtig steil wird. Viele Felsen und Bäume sind vermoost.

Vermooste Felsen und Wurzeln begleiten uns auf der Wanderung zum Wackelstein im Bayerischen Wald.

Viel Moos überall.

Je höher ich steige, desto mehr Felsblöcke liegen in der Gegend rum. Große und noch größere.

Felsen auf dem schönen Wanderweg zum Wackelstein bei Schönberg.

Große Felsen auf dem Weg nach oben.

 

Hier muss man auf einem steilen Abschnitt wandern, um den Wackelstein bei Solla zu erreichen.

Die letzte steile Kurve. Deutlich erkennbar: der pfadige Steig.

Es wird flacher und der Wald wirkt im Nebel ziemlich mystisch.

Märchenhafte Landschaft um den Wackelstein in der Nähe von Zenting.

Wie verwunschen.

Irgendwann erreiche ich den Wackelstein, der wie eine Halbkugel mit flacher Oberfläche geformt ist.

Der Wackelstein bei Solla ist ein besonders idyllisches Geotop.

Der Wackelstein.

Der 50 Tonnen schwere Felsen liegt nur mit einer kleinen Auflagefläche auf dem Untergrund auf. Phantastisch!

Achtung! Gleich rutscht der Wackelstein weg!

Achtung! Gleich rutscht er weg!

 

Rollt der Wackelstein bei Solla runter oder nicht?

Rollt er runter oder nicht?

Eine Infotafel informiert über die Entstehung des Wackelsteins. Das ging ungefähr so: Im Karbon-Zeitalter (Kohlezeitalter), also vor ungefähr  300 Millionen Jahren (auf ein paar Jahre hin oder her kommt es nicht an), hat das Gestein tief im Erdinneren gejammert:

„Puh! Ist das heiß hier! Und eng ist es auch. Irgendwas drückt mich zusammen. Ich will hier raus!“

Hitze und Druck haben gewaltig aufs 600 Millionen Jahre alte Ausgangs-Gesteinsgemüt gedrückt.

Was also lag näher, als sich Platz zu verschaffen und nach oben auszuweichen, dem Himmel entgegen?

Dort, wo viel Platz ist?

Bei dieser Aktion hat sich der Bayerische Wald als Gebirge aufgefaltet. So kam das Unterste nach oben.

Später haben Verwitterung und andere Einflüsse den Bayerischen Wald wieder abgetragen. Weshalb man ihm von seiner einstigen Höhe von über 6000 Metern nichts mehr ansieht, er heute nur mehr ein Mittelgebirge ist. Manche ForscherInnen sagen, der Bayerische Wald sei sogar über 8000 Meter hoch gewesen. Also höher als der Himalaya!

In der Nähe hängen noch ein paar Felsen rum:

Der Nachbarfelsen vom Wackelstein bei Solla ist auch wunderschön!

Neben dem Wackelstein lagert noch so ein Gebilde.

Irgendwann verlasse ich den Wackelstein wieder. Noch einmal verzaubert mich eine märchenhafte Kulisse.

Der Rückweg vom Wackelstein führt durch eine märchenhafte Kulisse!

Nebelstimmung

Etwas abseits halten mich Kleinigkeiten auf: Wassertropfen

Die Wanderung bei Zenting bietet nicht nur Großartiges, sondern auch Detaisl zum Entdecken.

und Bäume voller Moos wie im Märchenwald

Wanderung zum Wackelstein im Dreiburgenland bei Zenting

Märchenhafte Bäume

und lächelnde Bäume.

Der Wackelstein steht inmitten von Mischwald bei Thurmansbang.

Schmunzelnde Bäume auf dem Fückweg vom Wackelstein bei Solla.

Ich schlendere an vielen großen, abgerundeten Felsen vorbei. Hier sieht man die Wollsackverwitterung sehr gut. Schaut aus wie Wollsäcke. Deshalb heißt die Verwitterung auch so.

Wollsackverwitterung ist das Zauberwort für den Wackelstein und andere Felsen.

Steinharte Wollsäcke. Die fühlen sich gar nicht weich und flauschig an.

 

Felsen in der Nähe des Wackelsteins bei Schönberg.

Gestapelte Felsen in der Nähe des Wackelsteines in der Nähe von Zenting.

Schön ist es hier. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber manchmal muss es sein. In einer engen Kehre sehe ich das: einen abgebrochenen Baum.

Sollbruchstelle Baumpilz. Jetzt wird´s gemütlich auf der Wanderung vom Wackelstein.

Sollbruchstelle Baumpilz.

Da hatte ich Glück, dass ich nicht neben dem Baum stand, als er gebrochen ist. An diesem Exemplar sieht man schön, dass sich die Bruchstelle in der Nähe der Baumpilze befindet.

Der Fruchtkörper des Pilzes zeigt an, wo die Gefahr lauert. An den Stellen, an denen die Pilze aus dem Stamm wachsen, ist der Baum innen schon so vom Pilz durchzogen, dass er morsch ist und jeden Augenblick brechen kann.

Das kann von einer Sekunde auf die andere passieren.

Der Steig führt am Hang entlang leicht abwärts, quert den Zigeunerbrunnen

Der gemütliche Wegabschnitt zurück vom Wackelstein nach Entschenreuth.

Blick zurück.

und erreicht wuchtige, haushohe Felswände.

Beim Steinernen Kirchlein in der Nähe des Wackelsteins im Bayerischen Wald

Zwischen haushohen Felswänden.

Bei diesen verweile ich länger, umrunde sie, quetsche mich durch eng ausschauende Spalten und Gänge, nur um festzustellen, dass sich das im Inneren gar nicht so eng und bedrängend anfühlt.

In der Nähe des Wackelsteins bei Thurmansbang ist auch das Steinerne Kirchlein.

Wo ist es nur, das Steinerne Kirchlein?

Der Ort hier hat eine super Ausstrahlung! Gar nicht beklemmend! Am liebsten möchte ich noch länger bleiben, aber ich habe noch zu tun heute.

Als ich jeden Felsen erkundet habe, mache ich mich auf die immer noch nicht rauchenden Socken. Der Pfad führt abwärts und es dauert nicht lange, bis der Weg flacher wird uns aus dem Wald hinausführt.

Wir wandern vom Wackelstein zurück nach Entschenreuth.

Dem Ende entgegen.

Nach wenigen Metern am Waldrand stößt der Wanderweg wieder auf den Weg, den ich vom Anfang kenne. Über die winterfest gemachten Wiesen und Äcker spaziere ich zurück. Dabei entdecke ich noch Reste von der Wildpflanze Johanniskraut, das nach dem Ethnologen Wolf-Dieter Storl eine Schutzpflanze ist.

Johanniskraut am Wegrand kurz vor Entschenreuth.

Johanniskraut im Spätherbst.

Und zum Abschluss noch ein Farbklecks: Gründüngung.

Der Wackelstein im Bayerischen Wald liegt hinter uns, vor uns eine gelbe Blüte.

Leuchtend gelbe Herbstpracht.

Fazit: Ein tolles Naturerlebnis! Nicht nur der spektakuläre Wackelstein bei Solla beeindruckt, sondern auch die anderen Felsen, insbesondere die beim Steinernen Kirchlein, sind es wert, erkundet zu werden. Die Wegführung durch schönen Mischwald auf naturnahen Wegen (könnten auch schon als Pfade durchgehen) und auf Pfaden ist ausgesprochen idyllisch.

Was spricht dafür, die Runde in dieser Richtung zu gehen? Weil man beim Zurückgehen vom Wackelstein auf die hohen Felsen von oben zuläuft und sie von dieser Seite viel wuchtiger wirken.

Start / Parken:

Ich bin von Entschenreuth aus gestartet. Man kann auch von Loh oder vom Parkplatz bei der Abzweigung bei Erlau nach Thurmansbang losgehen. Aber von Entschenreuth aus ist die Runde am Schönsten. Unter winterharten Motorradfreaks ist das jährlich Ende Januar / Anfang Februar stattfindende Elefantentreffen  im Hexenkessel von Loh / Solla bekannt. Genau dieses Loh ist hier gemeint.

94163 Entschenreuth liegt an der St 2322 zwischen Zenting und Saldenburg. Der Parkplatz liegt am Ende der Straße „Zum Wackelstein“, von Zenting kommend am Ortsanfang die zweite Straße links. Von Saldenburg kommend am Ortsende nach der 45-Grad-Kurve im Dorf die nächste Straße rechts.

Streckenlänge: ca. 4,3 km.

Gehzeit: 1 1/2 Stunden

Wanderkarte:

Wanderkarte zum Ausdrucken: siehe am Ende des Beitrags

Wegbeschreibung / Markierung:

Am Parkplatz von Entschenreuth, um zum Wackelstein bei Solla zu wandern.

Am Parkplatz.

Runde rote 84. Vom Parkplatz führt ein Wirtschaftsweg von Entschenreuth über Wiesen, steigt nach wenigen Metern an und schwenkt dann auf den Weg nach links Richtung Wald ein.

An der Abzweigung auf der Wiese selber steht kein Wegweiser. Aber man sieht den Wegweiser am Waldrand schon von Weitem. Beim Wegweiser am Waldrand hat man die Wahl, mit der roten 84 nach links oder rechts zu gehen. Ich bin rechts rum gegangen und immer dieser Markierung gefolgt. Links kommt man am Ende wieder zurück.

Nach dem Wackelstein folgt man der roten 84 Richtung „Steinernes Kirchlein“. Die Markierung verläuft teilweise zwischen und neben den Felsen hinab. Nach einer Kehre mit einem scharfen Links-Knick schlängelt sich der Wanderweg am Hang entlang, bevor mächtige, haushohe Felsblöcke auftauchen. Der Pfad führt wieder weiter nach unten, bis der Waldrand erreicht ist. Dort trifft man wieder auf den vom Anfang bekannten Weg und geht auf diesem zurück.

 

Tiefster Punkt:  um die  450  m über NHN

Höchster Punkt: um die  600  m über NHN

Einkehrmöglichkeiten: keine

Da gehört Entschenreuth dazu: Gemeinde Saldenburg

Weitere Wanderungen in der Nähe:

  • Aussichtsreich und viel zu sehen gibt es bei dieser Runde von Thurmansbang über Schloss Englburg und durch ein lauschiges Tal bis zum Diebstein. Start ist in Thurmansbang beim Skilift.

  • Noch eine Wanderung mit vielen Höhepunkten: Rachelblick, Saldenburger See, Diebstein und ein Waldweiher wollen entdeckt werden. Start ist in Thurmansbang.

  • Liebliche Wiesentäler, mäandernde Bächlein, sanfte Hügel und ein Bergsporn mit Burg wollen auf dieser Tour unbedingt erwandert werden. Start ist in Zenting.

  • Die wilde Ilz. Wer hier nicht war, hat die wilde Ilz nicht erlebt. Die Dießensteiner Leite wartet auch noch mit einer Burgruine auf. Start ist Schneidermühle.

  • Hier hat die Ilz nichts Wildes. Das ist eine bequeme Wanderung. Dafür gibt´s mit ein wenig Glück die Göttin der Morgenröte zu sehen. Start ist Schrottenbaummühle oder Kalteneck.

Wanderkarte: Fritsch Wanderkarte Nr. 60

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4 Antworten zu Auf schönen Wegen und Pfaden zum Wackelstein bei Entschenreuth

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