Winterwanderung im Dreiburgenland – Die Ödhäuslrunde bei Saldenburg

Im Bibertal.

Im Bibertal.

Der Ödhäusl-Rundweg befindet sich bei dem kleinen, ruhigen Dorf Saldenburg, in dem eine der drei Burgen des Dreiburgenlandes steht. Die Tour selber führt in ein tiefes Tal mit Biberbiotop hinein. Die Schneeschuhe habe ich nicht gebraucht, weil hier alle Wege geräumt waren. Außerdem habe ich die Runde erweitert und verändert.

 

 

Auf dem Parkplatz beim Feuerwehrhaus ist weit und breit kein Auto zu sehen. Mit Blick auf die Waldlaterne spaziere ich ein paar Meter auf der Straße.

Die Waldlaterne von Saldenburg.

Die Waldlaterne von Saldenburg. Gebaut wurde die Burg im 14. Jahrhundert.

Schnell gelange ich in schönen Mischwald mit Buchen, Fichten und Tannen.

Waldweg bei Saldenburg.

Am Garten entlang in den Wald hinein.

Auf herrlichem Waldweg laufe ich auf eine wunderbare Aussicht zu.

Ausblick über Platten auf den Brotjacklriegel.

Ausblick über Platten auf den Brotjacklriegel.

Leider ist es bei leichten Minusgraden zu kalt zum Hinsetzen.

Blick auf den Aschenstein.

Blick auf den Aschenstein.

Berauscht von dem schönen Ausblick marschiere ich weiter, an ein paar Häusern vorbei und auf einer gewundenen Forststraße im Wald bergab.

Der Anfang vom Forstweg bei Platten.

Der Anfang vom Forstweg bei Platten.

„Forststraße“ hört sich schlimmer an als es ist. Diese windet sich mal in einer 90-Grad-Kurve, dann sogar mit einer 180-Grad-Kurve den Hang hinunter. Eigentlich ist sie mehr ein Forstweg. Nach der Kurve, die sich um sich selbst wickelt, begleitet mich eine Weile ein kleines Bächlein weiter abwärts.

Bächlein.

Bächlein.

Ich komme an einem eingezäunten Weiher vorbei, konzentriere mich dann auf die schönen Felsen vor mir.

Die nächste der vielen Kurven macht mich neugierig. Was wohl dahinter kommt? So mache ich es bei Wegen, die ich nicht kenne, oft: Ich sage, bis zur nächsten Kurve gehe ich noch und dann kehre ich um. Doch bei der nächsten Kurve gehe ich wieder bis zur nächsten Kurve und immer so fort. Ein Glück, dass ich trotzdem immer wieder heim finde. Und manchmal finde ich auch andere Sachen: eiskalte Füße zum Beispiel.

Füße?

Zwischenzeitlich bin ich an der tiefsten Stelle angekommen. Der Blick schweift über ein feuchtes Wiesental. Obwohl der bewaldete Hügel hier „Fuchsberg“ heißt habe ich keine Füchse gesehen. Oder waren die weggesperrt?

Das Wiesental

Später folgt der „Goldhügel“. Hätte ich vielleicht eine Ausrüstung zum Goldwaschen mitnehmen sollen?

Wohl eine reiche Gegend hier?

Ist wohl eine reiche Gegend hier?

Immer wieder sprudeln Wässerchen vom Hang herunter. Am Ende des Wiesentals ragt ein Hügel mit dem Namen „Pfennighügel“ vor mir auf. Sollte man den nicht in „Cent-Hügel“ umtaufen? Gold und Pfennige liegen hier auf alle Fälle nahe beieinander.

Wasser gibt es hier genug. Wie in einer Auenlandschaft stehen die Bäume im Wasser. Der Weg steigt minimal bergan und ich schaue auf einen großen Weiher.

Einer der vielen Weiher.

Einer der vielen Weiher.

Als ich das erste Mal hier war, war ich völlig überrascht von dieser idyllischen Wasserlandschaft mit Biberbiotop. Teilweise werden die Bäume mit Maschendrahtzaun vor den Biberzähnen geschützt. Stehendes Totholz, aufgeklappte Wurzelteller, Biberspuren – Wildromantisch! Ich komme mir vor wie im Nationalpark. Und immer wieder schließt sich ein Weiher an den nächsten an.

Dazwischen zweigt ein Weg Richtung „Ödhäusl“ ab, dem ich folge. Von nun an steigt der Weg immer mehr oder weniger stark bergan. Ödhäusl heißt eine Diensthütte auf einer kleinen Lichtung mitten im dunklen Wald.

Ödhäusl - Diensthütte

Ödhäusl – Diensthütte

Die Hütte ist zwar nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, aber Sitzgelegenheiten stehen allen zur Verfügung. Im Sommer ist das ein beschaulicher Rastplatz.

Ich nehme weiterhin den Forstweg unter die Füße. Eine Stelle sieht aus, als ob hier mal was abgebaut worden wäre. Gleich dahinter führt ein verlockender Weg von der Forststraße weg, aber ohne Schneeschuhe bleibe ich auf dem geräumten Forstweg.

Forstweg - eine verschneite Idylle.

Forstweg – diesmal eine verschneite Idylle.

Wo kommt den plötzlich links der steile Hang nach unten her?

Oh! Ein großer Baum mit einem Baumpilz auf Augenhöhe. Da mache ich, dass ich wegkomme – auch, weil der Wind die Baumwipfel wild hin und her schüttelt. Der Weg umrundet den Hügel in einer großen Rechtskurve mit viel Fichtenwald. Grade ist der Weg nicht so attraktiv. Mal schauen, was noch kommt. Eine Samensammlung: Ich finde Samen von Bergarhorn, Fichten, Hainbuche und einer Mistel.

Von Weitem sehe ich ein Bauwerk, das wie ein Erdkeller aussieht. Was es ist, weiß ich nicht. Gegenüber befindet sich der Anschluss an den verlockenden Weg von unten rauf. Werde ich im Sommer mal schauen, ob sich da eine schöne Wanderrunde draus machen lässt.

Den knirschenden Schnee unter den warm eingepackten Füßen wandere ich auf dem Forstweg weiter, der wieder interessanter wird. Rechts unterhalb führt ein alter Weg am Steilhang entlang, der ebenfalls verlockend aussieht. Aber wie gesagt, ich habe meine Schneeschuhe nicht dabei. Auch diesen Weg werde ich in der schneefreien Zeit mal erkunden.

Ich promeniere also weiter auf dem Forstweg, der sich am teilweise sehr steilen Hang entlang schlängelt. Ein Jogger kommt mir entgegen. Nun höre ich auch den Verkehr von der B 85, auf die ich laut Wanderkarte zuhalte. Dort habe ich gesehen, dass das nächste Stück Weg fast parallel zur B 85 führt. Hoffentlich ist das nicht so laut dort. Damit ich weiß, wie es dort wirklich ist, gehe ich tapfer den einmal eingeschlagenen Weg weiter.

Nachdem ich endlich die B 85 erreicht habe, wandere ich auf dem abwärts führenden Weg, der vom sanft säuselnden Langbach begleitet wird. Eine sonnenbeschienene Lichtung liegt vor mir. Schön.

Der Verkehrslärm schweigt ziemlich bald. Die Straße ist jetzt hoch über dem Tal und wohl auch nach hinten versetzt.

Am Langbach.

Von diesem Weg, der sich am Fuß des steilen Hanges entlang schlängelt, bin ich ganz angetan. Ist wohl ein Feuchtbiotop hier. Ein paar interessante Bäume, die Sonne, die mir warm ins Gesicht scheint und die Ruhe machen aus diesem Abschnitt ein unerwartet schönes Idyll. Ich stelle mir vor, wie es hier im Sommer am Bachlauf und am Hang mit dem Mischwald sein könnte: bestimmt sehr grün.

Bei der T-Kreuzung folge ich nicht der roten 85 nach links, sondern biege ich rechts ab.

Ein Fisch?

Ein Fisch?

Weiher Richtung Ödhäusl

Blick zurück in Richtung zum Langbach.

Ein paar hundert Meter geht´s auf der vom Hergehen bekannten Strecke zurück. Bei dem Wiesental verlasse ich den bekannten Weg,

Links davon befindet sich der Pfennighügel.

Links davon befindet sich der Pfennighügel.

um ein kurzes Stück am Wiesenrand entlang zu gehen und erneut in den Wald einzutauchen. Und schon wieder plätschert ein kleines Bächlein munter vor sich hin.

Fuchsberggraben.

Es  begleitet den nun sich nach oben schlängelnden Weg.

Nun beginnt der Rückweg nach Saldenburg.

An der nächsten Abzweigung treffe ich wieder auf die Wanderweg-Markierung „rote 85“, der ich nun bis Saldenburg folge. Der Weg streift dabei einmal kurz eine Landstraße,

Landstraße

Ein paar Meter sind auf der Landstraße zu gehen.

wo über Wiesen der eingeschränkte Blick auf den Brotjacklriegel fällt.

Der Brotjacklriegel ist links hinter dem Hügel und so nicht zu sehen.

Der Brotjacklriegel ist links hinter dem Hügel und von dieser Perspektive aus nicht zu sehen.

Ein Farbklecks am Feldweg:

Flechten.

Flechten.

Beim Endspurt muss ich noch einmal 75 Meter auf der nun unübersichtlichen und engen Landstraße gehen. Da sehe ich zu, dass ich das hinter mich bringe.

Fazit: Ursprünglich wollte ich das mit den Schneeschuhen gehen. Nachdem aber geräumt war, habe ich das Ganze als Winterwanderung unter die Füße genommen. Wenn man sich an den Forstwegen nicht stört, ist das eine ruhige Winterwanderrunde mit einigen interessanten Details. Im Winter finde ich die verschneiten Forstwege teilweise o.k. Lediglich der Abschnitt nach Ödhäusl bis zur B 85 ist ausbaufähig. Da habe ich auch schon eine Idee dazu.

So wie das geräumt war, kann ich mir vorstellen, dass das immer geräumt ist, nicht nur ausnahmsweise geräumt war, weil ich eigentlich mit den Schneeschuhen losziehen wollte. 🙂

Start / Parken: Saldenburg liegt an der St 2322 die seitlich von der B 85 (zwischen Passau und Schönberg) abbiegt. In Saldenburg gegenüber vom Feuerwehrhaus / vom Maibaum.

Streckenlänge: ca. 11 km, überwiegend auf Forststraßen.

Gehzeit: 3 1/2 Stunden

Wanderkarte: Habe ich bei outdooractive.de eingestellt.

Wegbeschreibung / Markierung:

Vom Parkplatz (mit dem Rücken zum Parkplatz) nach rechts auf die zur Seldenstraße. Dort nach links und die nächste Straße namens “Plattensteig” rechts hoch. Der Asphalt endet und geht in einen Weg (Markierung rote 85) über. Diesem geradeaus bis zur Lichtung folgen.

Rechts von der Lichtung führt die rote 85 auf einige Häuser zu. An denen  führt der Wanderweg rechts vorbei in den Wald nach unten. Bei den Weihern zweigt ein Hinweisschild Richtung “Ödhäusl” ab. Mit diesem Richtungswechsel die rote 85 nach links verlassen.

Am Ödhäusl vorbei immer der unmarkierten Forststraße folgen. Sie macht anfangs eine Linkskurve, geht dann in eine weiträumige Rechtskurve über. Bei den Gebilden “Erdkeller” weiter geradeaus der “Hauptstraße” folgen bis man zur B 85 kommt. Dort im spitzen Winkel dem unmarkierten Forstweg nach rechts unten nachgehen. Der Weg führt ins Tal des Langbachs hinein. An der T-Kreuzug bei den großen Weihern rechts gehen. Man trifft wieder auf den bekannten Weg vom Herweg.

Nach den Weihern befindet sich rechts eine Art Auenlandschaft und man erreicht wieder das Wiesental auf der linken Seite. Hier unmarkiert dem Weg nach links folgen. Dieser Weg führt als Forstweg wieder nach oben bis man an einer Dreiecksabzweigung wieder rechts abzweigt und damit wieder auf der roten 85 spazieren geht.

Der Weg führt aus dem Wald heraus, kurz auf der Landstraße dahin, zweigt dann wieder auf einen Feldweg neben der Landstraße ab, taucht nochmal in den Wald ein. Man trifft nochmal auf eine Forststraße. Hier nach links auf die Landstraße gehen und die letzten 75 Meter flugs hinter sich bringen. Das Sträßlein ist hier sehr unübersichtlich. Links schützt eine Leitplanke vor dem Absturz und rechts bedrängt ein steiler Hügel die kurvige Straße. Nach den 75 besagten Metern zweigt links wieder die Dorfstraße zum Parkplatz ab.

Tiefster Punkt:  um die  460 m über NN

Höchster Punkt: um die 550 m über NN

Einkehrmöglichkeiten: keine

Diese Wanderungen befinden sich in der Nähe:

Eine wunderschöne Halbtages-Tour zum 50 Tonnen schweren Wackelstein.

Wasser, Hügel und Diebe sind die Zutaten dieser Wanderung bei Thurmansbang. Da streift man den Saldenburger See und geht ein Stück auf dem Goldsteig.

Die wilde Ilz an der Dießensteiner Leite und die Burgruine Dießenstein sind nur einen Katzensprung entfernt. Ein paar Kilometer wandert man dabei ebenfalls auf dem Goldsteig.

Die Ilz muss nicht immer wild sein, sondern fließt auf dieser Tour zwischen Schrottenbaummühle und Kalteneck gemächlich dahin. Und auch hier lockt wieder der Goldsteig.

Und wer liebliche Täler und Hügel und eine Burg sehen will, sollte hier vorbeischauen, denn auch Zenting ist nur ein paar Kilometer von Saldenburg entfernt. Und auch hier erwandert man ein paar Meter den Goldsteig.

 

 

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