Zum Naturschutzgebiet Stockauwiesen bei Zwiesel / Innenried

Blick auf Stockauwiesen.

Blick auf das Naturschutzgebiet Stockauwiesen.

Zum Naturschutzgebiet „Stockauwiesen“ bei Zwiesel kann man von Innenried aus auf direktem Weg gehen oder das Ganze zu einem längeren Spaziergang ausdehnen. Dabei geht es auf schönen Waldwegen abwechselnd an Wiesen entlang und durch Wälder hindurch.

 

 

Vom Parkplatz hat man einen schönen Blick auf den Falkenstein und den Hennenkobel. Das kleine Dorf Innenried ist schnell durchquert. Genießt man die Ausblicke, dauert es etwas länger.

Im Hintergrund thront der Rachel.

Im Hintergrund thront der Rachel.

Bald verlasse ich die winzige Landstraße und tauche in den Fichtenwald ein.

Herbst-Impressionen.

Herbst-Impressionen.

Der Wanderweg schlängelt sich bergab, führt an einer Hütte vorbei.

und führt zu dem leise plätschernden Michelbach.

Der Michelsbach ziemlich am Anfang der Tour.

Dessen Wasser begleitet mich auf einem schmalen Pfad bis zu einer rund hundert Jahre alten Eisenbahnbrücke von beeindruckender Höhe und Bauweise.

Eisenbahnbrücke von 1928

Eisenbahnbrücke von 1928

Stein auf Stein, Verzierungen … So wird heute keine Brücke mehr gebaut. Eine tolle Leistung!

Nun kann man einen Abstecher zum Monte-Denkmal einbauen.

Monte-Denkmal.

Das Monte-Denkmal steht in Verbindung mit Paris.

Hier soll im deutsch-französischen Krieg 1870 ein Ballon gelandet sein, der eigentlich Paris von der Luft aus hätte versorgen sollen, sich aber verfolgen hatte. Nach dem Abstecher geht es zu den Häusern von Reisachmühle zurück und zwischen ihnen hindurch. Am Ende von Reisachmühle drehe ich mich um und sehe in der Ferne den Rachel, den höchsten Berg des Nationalparks und den zweithöchsten Berg des Bayerischen Waldes.

Im Wald dominieren Fichten und Heidelbeersträucher. Viele Pilze wachsen. Ob ich den Parasol mitnehmen soll? Ich lasse ihn stehen und gehe, den Blick auf der Suche nach Pilzen auf den Boden geheftet, langsam weiter.

Zusammengewachsene Pilze.

Siamesische Pilze.

Ich gehe so langsam, dass ich den sanften Anstieg nicht bemerke. Die Steigung ist minimal, nicht erwähnenswert. Deshalb erwähne ich sie nicht.

Ein schöner Waldrand mit Kühen auf der Weide wirkt wie ein idyllisches Postkartenmotiv.

Nach Reisachmühle wandert man wieder einmal am Waldrand entlang.

Aber wer braucht heute noch Postkarten? An einer Lichtung sieht man in der Ferne Innenried.

Blick auf Innenried.

Blick auf Innenried.

Ich wandere weiter. Der Boden ist von einer Krautschicht und von Moosen bedeckt, weshalb er trotz Fichtenwald schön grün daherkommt. Nocheinmal ein Waldrand: Über Wiesen sieht man die Dächer von Außenried und eine Berg- und Hügelkette.

Über Außenried Blick auf die Berge des Vorderen Bayerischen Waldes.

Über Außenried schaut man auf die Berge des Vorderen Bayerischen Waldes.

Der Weg ist nun eben und immer noch bequem. Ich verlasse den markierten Wanderweg und gehe auf einem schönen, weichen Waldweg zum Naturschutzgebiet Stockauwiesen.

Das Naturschutzgebiet Stockauwiesen.

Stockauwiesen wurde vor langer Zeit gerodet, damit Tiere darauf weiden konnten. Das moorige Gebiet mit seinen Birken und vernässten Wiesen ist nach den vielen Fichtenwäldern eine schöne Abwechslung für die Augen.

Am leise plätschernden Wasser geht es zwischen Heidelbeersträuchern abwärts. Ich treffe auf Biberspuren: „Bleistiftstummel“, ein Trittsiegel und ein Biberdamm. So ein Biberdamm ist ein echtes Wunderwerk der Architektur. Der Biber baut unter anderem deshalb Dämme, damit sich der Eingang zum Biberbau (den man von außen nicht immer als Biberburg sieht, es kann auch ein Erdbau sein) unter Wasser befindet. Das schützt den Biber vor seinen natürlichen Feinden wie dem Fuchs, der den Biber nicht in das Wasser verfolgt.

Am Geländer kann man sich nicht mehr festhalten.

Am Geländer kann man sich nicht mehr festhalten.

Über eine nicht gerade vertrauenerweckende Holzbrücke wechsle ich die Bachseite und lande in einer feuchten Senke. Hier stoße ich auf weitere Biberspuren.

Im inneren Waldsaum führt der kleine Wanderweg am Naturschutzgebiet entlang nach oben. Gelegentlich kann man direkt ans Naturschutzgebiet gehen und schauen.

Eine Infotafel informiert, dass der Ausdruck „Au“ in „Stockauwiesen“ von „Rodung“ herrührt. Die Rodungsflächen mitten im Wald sind nicht zu übersehen. Neben der Bank wächst ein Klappertopf.

Ich überquere eine Kahlschlagfläche mit vielen Fingerhüten und schönen Gräsern.

Eine kleine, kurvige Forststraße führt durch Fichtenwald, in den sich jetzt sich auch der eine oder andere Laubbaum dazwischen schleicht. Der Forstweg ist sehr bequem und seine Ränder sind schön eingewachsen. Da er keine Forstautobahn ist kann man nicht meckern.

Bei einer größeren Lichtung verlässt man den Forstweg und läuft durch wunderschön (herbstlich verfärbten) Mischwald. Dann tritt man aus dem Wald heraus und ein tolles Panorama tut sich auf.

Ausblick auf Innenried.

Ausblick auf Innenried und darüber hinaus.

Über eine Ebene und weite Wiesen schweift der Blick links vom Rachel nach rechts. Über die Wiesen geht es aussichtsreich nach Innenried zurück.

Kapelle in Innenried.

Kapelle in Innenried.

Meine Meinung: Trotz der Fichtenwälder ist die Tour eine schöne, abwechslungsreiche Wanderrunde. Sie wartet mit Ausblicken, kleinen Wasserläufen, einer tollen Eisenbahnbrücke und dem idyllischen Naturschutzgebiet auf. Den Schlussakkord, der mir immer wieder gefällt, egal, wie oft ich schon da war, bildet der tolle Weitblick. Die Wege sind beschaulich, an den Rändern schön eingewachsen. Die Fichtenwälder sind bis auf wenige Ausnahmen am Boden schön grün. Das machen die Heidelbeersträucher und Moose aus. Kommt man zur richtigen Jahreszeit, kann man Heidelbeeren oder Himbeeren naschen oder Pilze finden.

Tipp: Reicht die Zeit noch, kann man sich in Zwiesel umschauen, und das nicht nur, um sich im Werksverkauf mit Glas einzudecken. Zwiesel hat überraschend schöne Ecken. Das erwartet man auf den ersten Blick gar nicht von Zwiesel. Die schönen Ecken liegen nicht nur am Regen oder im Stadtpark, sondern auch in anderen Winkeln der Stadt. Das neu gestaltete Waldmuseum ist ebenfalls einen Besuch wert. Und für gute Einkehrmöglichkeiten ist auch gesorgt: Sehr gutes Essen mit ausgefallenen Kombinationen gibt es im Restaurant Marktstube (mein Favorit in Zwiesel) oder gutes, traditionelles Essen im Gasthaus Zur Waldbahn.

Start / Ausgangspunkt: 94227 Innenried bei Zwiesel. Von Zwiesel kommend am Ortsanfang am Gernfelderweg bei den Glascontainern kann man parken.

Streckenlänge:  knapp 7 Kilometer.

Gehzeit: 2 Stunden.

Wegebeschaffenheit: Überwiegend kleine Waldwege und einige Pfade. Kurze Abschnitte Asphalt.

Wanderkarte: Habe ich bei outdooractive eingestellt. Aber Achtung: Die Karte ist unpräzise, denn es fehlen auf der outdooractive-Karte vorhandene Wanderwege und dort, wo es unmarkiert weitergeht, habe ich den Punkt geschätzt. Deshalb bitte an die Wegbeschreibung halten.

Wegbeschreibung / Markierung:

Sie stehen auf dem Parkplatz mit Blick auf die Straße. Nach links an einer Kapelle vorbei nach Innenried hinein. In der Ortsmitte zweigt die rote 27 nach links auf den Tröpplkellerweg ab. Am Kinderspielplatz und dem Feuerwehrhaus vorbei. Links der kleinen Landstraße abwärts Richtung Zwiesel folgen.

Beim Wald zweigt rechts die 27 in den Wald hinein ab. Der Weg schlängelt sich zwischen Fichten nach unten und auf eine Hütte zu. An dieser vorbei in eine Senke mit kleinem Bach. Diesem Bach nach links auf schmalem Pfad durch Wald folgen. Unter der historischen Eisenbahnbrücke hindurch auf die Landstraße.

Hier befindet sich das winzige Dorf Reisachmühle. Der 27 rechts folgen. Dann entweder den 250 Meter entfernten Abstecher zum Monte-Denkmal machen oder die nächste Straße sofort wieder rechts. Weg von der Hauptstraße. Zwischen den wenigen Häusern hindurch leicht ansteigend in Fichtenwald hinein. An einer Lichtung mit Weidezaun entlang. An der nächsten Lichtung reicht rechts der Blick nach Innenried. Auf bequemem, kleinem Waldweg wechseln sich leichte Anstiege mit fast ebenen Abschnitten ab.

Am nächsten Waldrand sieht man links über Wiesen auf Außenried und auf die Berge des Vorderen Bayerischen Waldes. An der folgenden Wanderwegkreuzung mit Sitzplatz die 27 vorübergehend verlassen. Dafür geradeaus mit der grünen 10 Richtung Bodenmais eben durch Wald. Nochmal kurz am Waldrand entlang mit Blick auf zwei einsam gelegene Häuser. Dann führt der kleine Wirtschaftsweg wieder nach rechts in den Wald hinein.

Nach wenigen Minuten zweigen rechts bei einer Bank zwei unmarkierte Waldwege nach rechts ab (weiter vorne sieht man, dass der Wander-Wirtschaftsweg eine Linkskurve macht – der andere unmarkiert Weg führt im spitzen Winkel rechts weg). Dem zweiten Weg links von der Bank nach unten folgen. An der ersten Abzweigung nach rechts geradeaus vorbei, der zweiten Abzweigung im spitzen Winkel nach rechts unten folgen. (Man kann aber auch dem Weg geradeaus folgen und noch einen Blick auf das Naturschutzgebiet (NSG) Stockauswiesen werfen.) Am inneren Waldsaum mit Bächlein entlang.

Auf kleiner Holzbrücke den Bach überqueren. Auf dem Waldweg mit der 27 nach links. Weiter am inneren Waldsaum am NSG entlang sanft ansteigend nach oben. An Ausblick mit Sitzgelegenheit vorbei. Der Weg verlässt das NSG und zieht steiler nach oben. Eine Kahlschlagfläche durchwanden und auf Forststraße der 27 nach rechts bis zum nächsten Wiesenrand folgen.

Bei den Feldgehölzen rechts zweigt links die Markierung in den Wald ab. Leicht ansteigend auf schmalem Waldweg und Pfad bis zur nächsten Wanderwegkreuzung mit Bank am Waldrand. Mit der grünen 4 und roten 14 Richtung Zwiesel nach rechts. Aussichtsreich über Wiesen bis Innenried. Im Dorf mit der roten 14 nach links Richtung Zwiesel bis zum Parkplatz.

Tiefster Punkt:  560 Meter über NN.

Höchster Punkt: 680 Meter über NN.

Einkehrmöglichkeiten: keine

Diese Wanderungen sind in der Nähe:

Der gleiche Startpunkt führt von hier auf den außer sonn- und feiertags wenig besuchten Hennenkobel

Wer Wasser liebt, sollte mal bei Regen am Regen entlang wandern.

 

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8 Kommentare zu Zum Naturschutzgebiet Stockauwiesen bei Zwiesel / Innenried

  1. Danke für deinen wie immer sehr informativen Wandervorschlag! Den Wanderweg Stockauwiesenrunde sind wir im August gegangen, fand ich wirklich sehr lohnend 🙂 http://peho.typepad.com/rausgelinst/2016/08/2016-234.html

    • Sonja sagt:

      Hallo Petra,

      da geht es mir wie dir. Die Stockauwiesenrunde ist sehr lohnend. Auch wenn ich sie abgeändert und abgekürzt habe. Damit wir pünktlich zum Mittagessen in Zwiesel waren. 🙂

  2. Danke für die schönen Bilder! Habe ganz vergessen, wie schön es bei uns ist 🙂 Für 2017 hab ich mir fest vorgenommen, wieder mehr für meine Gesundheit zu tun und regelmässig die Wanderschuhe auszupacken 😉

    • Sonja sagt:

      Und ich werde wieder mehr in die Viechtacher Gegend schauen. Kann man bei euch mittags als externer Gast einkehren? Oder nachmittags zum Kaffee?

  3. Hallo zusammen, ich habe ein Hotel und suche für unsere Gäste auch immer neue Wandertouren. Die Stockauwiesenrunde habe ich durch diesen Blog entdeckt und auch gleich mit meinem Hund selbst getestet. Mit den Wasserläufen ist das meiner Meinung eine ideale Wanderung auch für Hundebesitzer. Ich habe inzwischen einigen Gästen die in meinem Wellnesshotel Bayerischer Wald den Reibener-Hof übernachten diesen schönen Wandervorschlag gegeben.

    • Sonja sagt:

      Schön, dass dir die Wanderung gefällt und du sie an deine Gäste weitergibst. Danke, dass du an das Copyright denkst und dazuschreibst, von wem der Wandervorschlag ist.

  4. Ayleen sagt:

    Hallo Sonja,

    das ist eine schöne Route, die du hier vorstellst. Ich habe in der bayerischen Rhön auch schon viele Wanderungen abgearbeitet und laufe dort immer wieder gerne 🙂

    • Sonja sagt:

      Hallo Ayleen,

      wahrscheinlich geht es dir so wie mir. Strecken, dich ich gefühlt schon tausendmal gewandert bin, gefallen mir immer noch. Und ich entdecke auch immer wieder Neues – nicht nur in der Natur, sondern auch neue Wege. Ob ein Leben ausreicht, um alles zu erwandern? 🙂

      Viele Grüße
      Sonja Berndl

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